# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der 28. Allgemeinen oder Schlußerinnerung. Die kirchlichen Verhältniſſe, in die Gott uns geſtellt hat, fordern uns auf, daß wir in unſerer kirchlichen Tätigkeit noch wachſen und zunehmen. Wir ſollen noch fleißiger beten und arbeiten als bisher. Wir ſollen noch mehr Lehrer und Prediger ausbilden und noch mehr von unſerm irdiſchen Gut in den Dienſt des Evangeliums ſtellen als bisher. Vermögen wir das? Allerdings! Wir würden uns täuſchen, wenn wir ſagen wollten: „Wir ſind zu ſchwach.“ Schon der Prophet des Alten Teſtaments beſchreibt die Kirche des Neuen Teſtaments, die Bewohner von Zion, alſo: „Kein Einwohner wird ſagen: Ich bin ſchwach“, Jeſ. 33, 24. Als Grund fügt er hinzu: „Denn das Volk, ſo darinnen wohnet, wird Vergebung der Sünden haben.“ Auch wir haben die Vergebung der Sünden durch den Glauben an das Gnadenevangelium, das Gott uns in apoſtoliſcher Reinheit geſchenkt und bisher erhalten hat. So ſollte auch keiner von uns ſagen: „Ich bin ſchwach.“ Vergeſſen wir nur nicht die anhaltende herzliche e v a n g e l i ſ c h e Ermahnung und Ermunterung! Sie überwindet bei den Chriſten ſchließlich immer das träge Fleiſch und ſchafft Frucht. Die Schrift bezeugt: „Nach deinem Siege wird dir dein Volk williglich opfern im heiligen Schmuck“, Pſ. 110, 3. Und D. Walther gibt aus ſeiner reichen Erfahrung den Chriſten das Zeugnis, daß man mit einer e v a n g e l i ſ c h e n Ermahnung alles bei ihnen ausrichten kann. Er ſchreibt: „Rechtſchaffene, wenn auch mit mancherlei Gebrechen behaftete Chriſten wollen ja Gottes Wort nicht verwerfen; ſie wollen ja gerne dem l e b e n, d e r f ü r ſ i e g e ſ t o r b e n i ſ t; ſie wollen ja der Sünde, der Welt und dem Teufel nicht mehr dienen, möchten vielmehr ſo gerne ganz erneuert werden nach dem Ebenbilde ihres Gottes. Hören ſie daher in dem ermahnenden Prediger die Stimme ihres g n ä d i g e n Gottes, ſo wollen und können ſie ſich nicht dawider ſetzen.“ (Paſtorale, S. 86.) Das wird das Gnadenevangelium auch zu unſerer Zeit und bei unſern Chriſten ausrichten. Amen. ————— Als Sitzungszeit beſtimmte die Synode den Vormittag von 9 bis ½12 und den Nachmittag von 2 bis 5 Uhr. (Am letzten Sitzungstag begann die Vormittagsſitzung um 8 Uhr und ſchloß ein Viertel nach 12 Uhr.) Als Kaplan diente während der ganzen Sitzungszeit P. W. Matthes. Der mühſamen Arbeit der Berichterſtattung für die deutſche und engliſche Preſſe unterzogen ſich die vom Präſidium dazu ernannten Paſtoren Drewes, Hemmeter und Laskowſki. P. E. Eckhardt, vom Concordia Publishing Houſe dazu angeſtellt, redigierte den „Täglichen Bericht“ und lieferte auch durch die Spalten des „Lutheraner“ den ſummariſchen Bericht über die Beſchlüſſe der Synode. Die folgenden Komiteen wurden teils ſchon vor der Synode vom aktiven Präſidium (Vizepräſes F. Pfotenhauer), teils während der