# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der 28. Allgemeinen oder und ihr Weh, ihr fernerer geſegneter Einfluß oder ihre entſtehende Unfruchtbarkeit, ihre weitere Ausbreitung oder ihr eintretender Stillſtand, ihre Lebendigkeit oder ihre allmähliche Erſtarrung, kurz, ihre Blüte oder ihr Verfall zum größten Teil abhängt. So lieb uns die Wohlfahrt unſerer Kirche und ihr Wachstum iſt, ſo ernſtlich ſollten wir daher als Ganzes darauf ſehen und dafür beſorgt ſein und zur Erreichung dieſes Zweckes nichts, was wir vermögen, unterlaſſen, daß in unſern höheren Schulanſtalten zwar die möglichſt höchſte und gründlichſte Ausbildung der Zöglinge auf dem richtigſten und angemeſſenſten Wege erzielt, aber dabei in keiner Weiſe, etwa aus fleiſchlicher Wetteiferei, der Geiſt des Wiſſensdünkels erzeugt und genährt werde, vielmehr in allen unſern Anſtalten das Wort Gottes das Buch aller Bücher ſei und bleibe, der Geiſt des Evangeliums, die Furcht Gottes und die mit derſelben unzertrennlich verbundene Einfalt und Demut darin walte und jeden Lehrer und Schüler, ſowie alles Lehren und Lernen durchdringe. Endlich ſollten wir aber darum auch keine noch ſo großen Opfer ſcheuen, welche nötig ſind, dieſe unſere Anſtalten nicht nur zu erhalten, ſondern auch von Jahr zu Jahr in aller Beziehung zu heben, in der lebendigen Überzeugung, daß Beiſteuern zu dieſem Zwecke die nötigſten, unumgänglichſten, erſten und wichtigſten und durch Gottes Gnade am meiſten Segen verſprechenden Opfer ſind, die wir als getaufte Chriſten und Lutheraner für die Kirche, das iſt, für das ſelige Reich unſers Heilandes, deſſen Genoſſen und von Gott beſtellte Mitarbeiter wir alle ſind, auf dem Altare unſerer Liebe und Dankbarkeit niederlegen. Möge denn namentlich in den bevorſtehenden Tagen dieſer Geiſt uns alle durchwehen, in dieſem Geiſte unſere Beratungen gepflogen und unſere Beſchlüſſe gefaßt werden, dieſer Geiſt aber auch alle unſere teuren Gemeinden und jedes Glied derſelben erfaſſen und erfüllen!“ (Broſamen, S. 551.) Zum andern iſt die Predigt des Evangeliums das eigentliche Geſchäft der Kirche, weil ſie nur durch die Predigt des Evangeliums ihren Beruf, ihre Aufgabe auf Erden erfüllen kann. Was iſt der Beruf der Kirche auf Erden? Der HErr hat die Kirche nicht deswegen gegründet, damit ſie Politik treibe und für Stadt⸗ und Landregiment ſorge, ſondern dazu hat er die Obrigkeit eingeſetzt. Der Beruf der Kirche iſt auch nicht, den Völkern Kunſt und Wiſſenſchaft zu bringen. Kunſt und Wiſſenſchaft blühten längſt in Griechenland und Rom vor Gründung der chriſtlichen Kirche. Die Kirche hat ferner auch nicht die Aufgabe, durch Kultur und Ziviliſation und allerlei andere Mittel das leibliche Elend aus der Welt zu ſchaffen und die Menſchen zur irdiſchen Glückſeligkeit zu führen. Der HErr JEſus ſagt: „Wer mir folgen will, der verleugne ſich ſelbſt und nehme ſein Kreuz auf ſich täglich und folge mir nach.“ Und Paulus ſchreibt: „Wir müſſen durch viel Trübſal in das Reich Gottes gehen.“ Die Kirche iſt endlich auch nicht dazu geſtiftet, um die Menſchen bürgerlich ehrbar zu machen. Das bringt allenfalls noch Moſes und die Vernunft fertig. —