# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 19 ſchäft der Kirche iſt. Da mir nun die Aufgabe zugefallen iſt, unſere Verhandlungen mit einigen Worten einzuleiten, ſo geſtatten Sie mir, ehrwürdige Väter, dieſe wichtige Wahrheit — die Predigt des Evangeliums iſt das eigentliche Geſchäft der Kirche — mit folgenden drei Gründen kurz zu beweiſen und zu erläutern: 1. Die Predigt des Evangeliums iſt der letzte, ſummariſche Befehl unſers HErrn JEſu an ſeine Kirche. 2. Allein durch die Predigt des Evangeliums kann die Kirche ihren Beruf auf Erden erfüllen. 3. Die Kirche allein iſt imſtande, das Evangelium zu predigen. Ehe unſer lieber Heiland durch Leiden und Sterben von ſeinen Jüngern Abſchied nahm, gab er ihnen die Verheißung, er werde ſie nach ſeiner Auferſtehung wiederſehen und ihnen dann ganz genau ſagen, was ſie tun ſollten. Wie der HErr es verſprochen hatte, ſo geſchah es. Vierzig Tage lang zeigte ſich der Auferſtandene den Seinen, bald in Jeruſalem, bald am See Genezareth, bald in Galiläa, bald einigen, bald den Elfen, bald mehr denn 500 Brüdern auf einmal. Bei der letzten Erſcheinung auf dem Berge der Himmelfahrt faßte der HErr dann alles das, was er mit den Seinen in den vierzig Tagen geredet hatte, in die kurze Inſtruktion zuſammen: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur!“ Hieraus ſehen wir, daß unſer HErr JEſus der Kirche aller Länder und aller Zeiten nur e i n Geſchäft aufgetragen hat, und dieſes Geſchäft iſt die Predigt des Evangeliums, die frohe Botſchaft von der Gnade Gottes in Chriſto JEſu. Das war das große Thema, das der Auferſtandene im Kreiſe ſeiner Jünger behandelte, und wovon er nicht müde wurde zu reden. Und ſo tritt denn der HErr auch heute, da wir unſere ſynodale Arbeit beginnen wollen, unſichtbar in unſere Mitte und erinnert uns alle zuſammen daran, daß unſer eigentliches Geſchäft die Predigt des Evangeliums iſt. Wir haben demnach für unſere ſynodale Arbeit eine klare und einfache Regel: Alles, was dem Laufe des Evangeliums nicht dient, ja, ihn wohl gar hindert, gehört nicht in den Kreis unſerer Beratung. Hinwiederum alles, was den Lauf des Evangeliums fördert, iſt wert, von uns beſprochen und beraten zu werden. Und je mehr und je beſſer ein Gegenſtand die Predigt des Evangeliums fördert, deſto wichtiger und nötiger ſoll er uns erſcheinen. Da nun unſer Heiland in der Weiſe für die Predigt des Evangeliums ſorgen will, daß er ſeiner Kirche Hirten und Lehrer ſchenkt, ſo werden wir in dieſen Tagen unſere Hauptaufmerkſamkeit auf unſere Prophetenſchulen und Miſſionen zu lenken haben. Der ſelige D. Walther, deſſen hundertjährigen Geburtstag wir in dieſem Jahre feiern, ſpricht ſich hierüber in ſeiner Synodalrede vom Jahre 1874 alſo aus: „Wir dürfen . . . nie vergeſſen, von welcher, mit der keiner andern kirchlichen Einrichtung vergleichbaren Wichtigkeit unſere höheren Lehranſtalten zur Vor⸗ und Ausbildung von Lehrern in Kirche und Schule ſind, daß nämlich von der Beſchaffenheit dieſer Anſtalten die Zukunft unſerer Kirche in dieſem Lande, ihr Wohl