# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der 28. Allgemeinen oder Nach geſchehener Regiſtration der Synodalen verlas der Ehrw. Vizepräſes F. Pfotenhauer die folgende Synodalrede. ————— Wir heben unſere Augen auf zu den Bergen, von welchen uns Hilfe kommt. Amen. Ehrwürdige und geliebte Väter und Brüder in dem HErrn! Wir ſind in dieſen Tagen hier in St. Louis zuſammengekommen, um eine Delegatenverſammlung der Deutſchen Ev.⸗Luth. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten abzuhalten. Eine ſolche Verſammlung iſt ein großer und anſehnlicher Körper. Groß und anſehnlich, wenn man zunächſt auf die Zahl der Delegaten ſieht. Nicht weniger als 600 Brüder haben hier Sitz und Stimme. Sie iſt ferner groß und anſehnlich im Hinblick auf das Gebiet, das durch die hier anweſenden Delegaten vertreten wird. Unſere Synode zählt gegenwärtig in runden Zahlen 2200 Paſtoren und Profeſſoren, 1000 Lehrer, 3800 Gemeinden und Predigtplätze, 2130 Wochenſchulen und 880,000 Seelen. Dieſe wohnen über die weſtliche Halbkugel zerſtreut: in den Vereinigten Staaten, in Kanada, in Braſilien und Argentinien. Ja, auch unſere Glaubensgenoſſen in Europa, Aſien und Auſtralien ſind durch Kommiſſionen in dieſen Tagen hier vertreten, ſo daß Kinder Gottes auf faſt allen Erdteilen an unſern gegenwärtigen Verhandlungen reges Intereſſe nehmen. — Groß und anſehnlich iſt endlich unſere Delegatenſynode, wenn man die Gaben, die ihr gegeben ſind, in Betracht zieht. Wir haben in unſerer Mitte Männer, die durch ihre Gottesgelahrtheit weithin berühmt ſind und in des HErrn Kriegen als bewährte Rufer und Führer ſich erprobt haben, deren Schriften in Tauſenden von Häuſern geleſen werden, die grau geworden ſind im Kirchen⸗ und Schuldienſt, die große Städte und weite Gebiete mit der Predigt des Wortes Gottes erfüllt haben. Wir dürfen nun aber nicht meinen, weil unſere Synode ein großer und anſehnlicher Körper iſt, deswegen müſſe nun auch alles, was ſie tut, groß und wertvoll ſein. Die Kirchengeſchichte lehrt, daß gerade große und anſehnliche Konzilien gröblich geirrt haben und durch ihre Verhandlungen und Beſchlüſſe ganzen Generationen und großen Ländern wichtige Stücke der heilſamen Lehre und des göttlichen Lebens auf immer geraubt haben. Darum haben wir alle hohe Urſache, in dieſen Tagen auf unſerer Hut zu ſein, an aller eigenen Weisheit zu verzagen und inbrünſtig Gott den Heiligen Geiſt zu bitten, unſer Leiter und Führer zu ſein. Fragen wir nun, was uns vor allen Dingen zu wiſſen not iſt, wenn unſere ſynodalen Verhandlungen der Kirche von Segen und Nutzen ſein ſollen, ſo lautet die Antwort: Wir alle, die wir hier zur gemeinſamen Arbeit zuſammengetreten ſind, müſſen klar und lebendig erkennen, daß die Predigt des Evangeliums das eigentliche Ge⸗