# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1857_S93 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch-theologische Pfarrers-Bibliothek. 93 hat, eine völlig illusorische und unmögliche. Zwar ein „Lutherthum,“ das sich nur in der Abendmahlslehre und anderen Glaubensartikeln vom Calvinismus getrennt weiß, wird sich in den Vereinigten Staaten bald heimisch fühlen. Wer aber Luthers bekanntes Wort in Marburg: Ihr habt einen anderen Geist als wir, begriffen hat, der wird auch begreifen, daß es die Yankee's so wenig hören und ertragen können, als es Zwingli und Oekolampad hören und ertragen mochten. Er wird sich feindselig angehaucht fühlen von dem nordamerikanischen Geiste und seinen Erscheinungsformen groß und klein — von der jüdischen Sabbathsseier und dem schriftwidrigen Weinverbote an bis hinauf zu der unseligen Substituirung des werkthätigen Glaubens an die Stelle des heilbringenden. Er wird auch den neugestifteten lutherischen Auswandererkirchen kein anderes Schicksal prophezeien, als was die älteren bereits gefunden haben: allmähliches Versinken in den allgemeinen calvinistischen Brei, wenn auch mit Beibehaltung lutherischer Lehr⸗ und Cultusformen. Den Geist der evangelischen Reformation können und werden wohl viele oder wenige Einzelne vertreten, — dafür bürgen schon die auch unter uns in wohlthuender Erinnerung fortlebenden Gesinnungen so manches ächt evangelischen Auswanderers, vor allen der treuen, wackeren Seelsorger, — eine evangelisch⸗lutherische Kirche ächten Schlages aber wird das gegenwärtige Nordamerika höchstens vorübergehend sehen und dann die Idiosynkrasie dieser abnormen „Denomination“ — belächeln oder verfolgen. — Die politische „Union“ Nordamerika's kann nicht umhin, sich auch als kirchliche geltend zu machen. Lutherisch-theologische Pfarrers-Bibliothek. (Fortsetzung.) c. Nachdem wir, was die polemische Theologie betrifft, bereits die nothwendigsten Werke gegen die papistischen und reformirten Irrlehren genannt haben, wenden wir uns nun zu der polemischen Literatur in Betreff der unirten Kirche. So neu nun auch diese Kirche ist, so besitzt doch unsere Kirche viele vortreffliche Schriften alter bewährter Theologen, welche darin gegen die zu ihrer Zeit bereits sich regenden Unionsbestrebungen Zeugniß abgelegt und dadurch die Sündfluth der letzten Zeit, die Religionsmengerei, bei ihren Lebzeiten noch aufgehalten haben, die sich nun, nachdem die treuen Wächter zu Grabe getragen und fast alle öffentlichen Lehrstühle der rechtgläubigen Kirche in die Gewalt des Rationalismus gekommen waren, über einen großen Theil der protestantischen Christenheit mit Anwendung von List, Betrug und roher Gewalt ergossen hat. Wir nennen hier nur Ein Werk eines alten bewährten Theologen und behalten es uns vor, den reichen Vorrath unserer Kirche an polemischen Schriften auch gegen eine falsche Union, aus älterer und neuerer Zeit, bei Vorführung der theologischen Schriften zweiter