# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S136 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 136 Verhandlungen der 26. Allgemeinen oder muß, um ihren guten Namen zu retten, ſo ſollte die Synode auch jetzt noch, trotzdem bereits einige Jahre darüber hingegangen ſind, dieſen Nothſtand berückſichtigen. Es war ein großes Verſehen, daß die Gemeinde damals nicht ihre Noth bekannt gegeben hat. „3. Die Gemeinde hatte früher keine Gemeindeſchule. Sie hielt es für unmöglich, eine ſolche zu gründen. Jetzt ließ ſie ſich eines andern belehren. Sie hat im Laufe der letzten Jahre eine Schule ins Leben gerufen und dabei keine Opfer geſcheut. Sie mußte eine Schule bauen, noch anderthalb Bauplätze ankaufen und hat dafür etwa $2400.00 verausgaben müſſen. Wohl war das eine ſchwere Aufgabe, und vielen ſchien es ein vergebliches Anſinnen zu ſein. Jetzt beherbergt die Gemeinde jährlich etwa 50 Kinder in ihrer Schule. Dieſe Kinder kommen mit wenigen Ausnahmen per Straßenbahn zur Schule. Schon allein das Fahrgeld fordert im Jahre ein großes Opfer. Auch um zur Kirche zu kommen, müſſen die meiſten Leute die Straßenbahn benutzen. Es gibt Familien, die für jeden Gottes⸗ dienſt 50 Cents bis zu $1.00 und mehr Fahrgeld ausgeben. Zwanzig bis dreißig Meilen, ja, noch weiter kommen Leute zur Kirche. In Denver iſt der Kirchgang mit ziemlichen Koſten verknüpft, und doch kommen die Leute willig. „Der Unterhalt des Predigtamts und die Ausgaben für die Schule kommen der Gemeinde ſehr hoch zu ſtehen. Die knapp 60 ſtimmfähigen Glieder bringen monatlich $110.00 für Gehälter auf, neben den Ausgaben, die ſonſt im Haushalt einer Gemeinde entſtehen. Die Gemeinde hat zu heben und zu tragen, was ſie heben und tragen kann, ohne ihre Schuldentilgung in Betracht zu ziehen. Und deshalb empfiehlt ſich die Gemeinde der Fürſorge der Synode und bittet um Erlaſſung der Schuld, zumal da die vielen Kranken, die ſich in ihrer Mitte aufhalten, wenig zu ihrem Unterhalt beitragen können. „4. In Folge des Zuzugs vieler Kranken, die unſere Gottes⸗ dienſte beſuchen, iſt ſchon ſeit Jahren unſer Kirchlein viel zu klein und eng geworden. Der Nothſtand iſt in letzter Zeit ein ſolcher geworden, daß die Gemeinde mehr Raum ſchaffen muß. Ihre Kirche iſt jeden Sonntag ſo gedrückt voll, daß ſie mit den Staatsgeſetzen in Conflict kommt. Die Gemeinde muß womöglich noch dieſes Jahr ihren Raum erweitern, und das wird mindeſtens $2000.00 koſten. Da nun dieſer Anbau hauptſächlich um der Gäſte und Fremdlinge willen, die ſich in unſerer Stadt aufhalten, vorgenommen werden muß, ſo ſehen wir es als eine dringende Pflicht an, der Synode unſere Noth⸗ lage zu ſchildern und ſie zu bitten, uns die Schuld zu erlaſſen, damit die Ausbreitung des Reiches Gottes bei uns keinen Abbruch leide.