# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S133 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 11. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1905. 133 ein Kreis von Gemeinden ein ſolches Werk anfingen, wenn ſie es auch ausführen und erhalten könnten ohne Schaden des Haupt⸗ werkes unſerer theuren Synode. „Hier liegt der ernſte Beweggrund zu jener und dieſer Eingabe: Iſt bei Errichtung ſo vieler Wohlthätigkeitszweige nicht trotz alles bis jetzt Geſagten die Gefahr vorhanden, daß darüber die Hauptauf⸗ gabe unſerer Synode, für die Verbreitung des Evangeliums zu ſor⸗ gen, Schaden leide? Ein paar Glieder der Synode, die von der Nothwendigkeit eines Wohlthätigkeitsunternehmens überzeugt ſind, können es beginnen und dann die Mithülfe der ganzen Synode in Anſpruch nehmen, gar beſondere Männer anſtellen, dafür weit und breit zu agitiren — kann dadurch das eigentliche Werk der Synode, für die Predigt des Evangeliums zu ſorgen, nicht leicht zurückge⸗ drängt werden? Die Erfahrung lehrt, daß man für Abhülfe leiblicher Noth viel leichter Gaben erhält als für Abhülfe geiſtlicher Noth. Müſſen wir nicht wohl über⸗ legen, ob wir in Zukunft von den lieben Gemeinden ſo viel Unter⸗ ſtützung erlangen können, um alle in Angriff genommenen Werke auszuführen, ohne daß das große von Gott der Synode an erſter Stelle befohlene Werk, das Evangelium zu predigen, Schaden leidet? Es iſt ohne Zweifel Gefahr, daß der größte Theil der Gaben für ſolche Wohlthätigkeitszwecke geopfert wird. So erfreulich es iſt, daß manche Wohlthätigkeitszweige mit einem Ueberſchuſſe arbeiten, ſo bedenklich iſt es, daß die Baukaſſe der Synode wäh⸗ rend der letzten 25 Jahre ein beſtändiges Deficit hatte. Das gibt wirklich zu denken. Iſt und bleibt nicht die Ausbildung von Predigern und Lehrern, die Erhaltung unſerer Anſtalten, unter uns die Haupt⸗ ſache, ſo graben wir uns ſelbſt das Grab, weil wir unſere Hauptaufgabe vergeſſen und in Werkerei verfallen. Sollten wir nicht bei Gelegenheit dieſer Sitzungen die eigent⸗ liche uns von Gott aufgetragene Hauptaufgabe un⸗ ſerer Kirche wieder recht lebendig und mit Freuden als ſolche erkennen und uns gegenſeitig ermun⸗ tern, dieſe Erkenntniß auch in den Gemeindekrei⸗ ſen, welche wir vertreten, aufzufriſchen, daß ſie über⸗ all deutlich im Vordergrund ſtehe, unbeſchadet eines rechten Eifers für andere gottgefällige Liebeswerke? „Ferner: Durch Synodalbeſchlüſſe iſt die Art und Weiſe be⸗ ſtimmt, wie man durch Bittgeſuche in weitere Kreiſe kommen kann. Die Synode iſt freilich nur ein berathender Körper; jede Gemeinde hat daher das Recht, auch ſolche Geſuche zu berückſichtigen, die nicht