# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S105 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 11. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1905. 105 „Bekanntlich wird jetzt die Frage vielfach beſprochen: Wie kann die traurige Lage der armen Neger gebeſſert werden? Das einzige Mittel, wodurch den armen Negern zeitlich und ewig geholfen wer⸗ den kann, iſt das reine Wort Gottes. „Wohlan, fahren wir getroſt fort in dieſem gottgefälligen Miſ⸗ ſionswerk — bringen wir, die wir von Gott ſo reich gemacht worden ſind, den armen Negern, ſoviel wir immer können, das reine, allein ſeligmachende Wort Gottes in Kirche und Schule, dann iſt den Negern zeitlich und ewiglich geholfen. — Es wohnen in unſerm Lande an die zehn Millionen Neger — alſo haben wir hier ein großes Miſſionsfeld. „Ach, daß uns auch für die armen Neger ein rechter Miſſions⸗ geiſt erfüllte, daß wir vor allen Dingen um rechte und viele Arbeiter für dieſes ſo reiche Miſſionsfeld bitten würden und uns auf dieſem großen Miſſionsgebiet nicht beſchämen ließen durch die Rührigkeit der Kirche des Antichriſten, ſowie auch von dem Eifer der Secten! „Es iſt und bleibt wahr und muß immer wieder betont werden, die Innere Miſſion in unſerm Lande iſt und bleibt die Haupt⸗ aufgabe unſerer lutheriſchen Kirche; aber darum dürfen andere nöthige, von Gott gebotene Miſſionen doch nicht unterbleiben. Hier heißt es auch das eine thun und das andere nicht laſſen. Die Er⸗ fahrung lehrt: je eifriger wir im Werk der Inneren Miſſion ſind, deſto größer wird gerade dadurch der Gewinn für die Aeußere Miſſion ſein. „Die lieben Chriſten innerhalb der Synodalconferenz haben es nun die vielen Jahre mit der That bewieſen, daß ſie nicht müde ge⸗ worden ſind, trotz der vielen andern Miſſionen, denen ſie Gaben zu⸗ gewandt haben, auch die Negermiſſion zu unterſtützen. Und Gott hat die Gaben der lieben Chriſten reichlich geſegnet. Feiern unſere Negermiſſionare auch keine ſo großen Siege, wie die Apoſtel im erſten Jahrhundert, ſo arbeiten ſie doch mit augenſcheinlichem Erfolg. Es fehlt auch hier nicht an ſolchen, die ſich von Herzen über die Predigt des Evangeliums freuen, und es zeigt ſich gar deutlich, daß der HErr auch unter den Negern ein Häuflein Auserwählter hat, die durch den Dienſt unſerer Miſſionare zum Glauben geführt werden ſollen. „Negercollege. Vor drei Jahren (1902) hat die Syno⸗ dalconferenz in zwei Sitzungen die Frage lebhaft erörtert: ‚Warum ſollte die Synodalconferenz eine Anſtalt zur Ausbildung farbiger Prediger und Lehrer gründen?‘ Ohne über die Einrichtung eines vollſtändigen Seminars ſchlüſſig zu werden, faßte die Synodal⸗ conferenz folgende Beſchlüſſe: