# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S101 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 11. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1905. 101 „In der Verſammlung am 20. Februar 1903 berichtete Miſ⸗ ſionar Kretzmann, daß uns in Zoar von der Regierung 10 Acker Land, von denen zwei Acker ‚geklärt‘ waren, bewilligt worden ſeien zwecks Gründung einer Miſſionsſchule daſelbſt. „Nun ging es in Gottes Namen ans Bauen. Bald ſtand das Gebäude da und koſtete, mit noch einem Anbau für einen proviſori⸗ ſchen Stall, der jetzt als Holzſchuppen dient, circa $800.00. Das Herbeiſchaffen des Baumaterials auf faſt bodenloſen Wegen von dem acht Meilen entfernten Phlox, wodurch der Fuhrlohn bedeutend er⸗ höht wurde, war beſonders mit eine Urſache, daß der Bau mehr koſtete, als wir veranſchlagt hatten. „Mittlerweile war die Commiſſion fleißig auf der Suche nach einem Lehrer für die Schule in Zoar. Der liebe Gott ließ uns auch endlich einen Mann finden, der zwar nicht ſo vollſtändig ausgebildet war, wie wir es gewünſcht hätten, der aber von ſeinem Paſtor das Zeugniß eines treuen, eifrigen und beſonders für die Miſſion be⸗ geiſterten Chriſten hatte, und der noch dazu alles das verſtand, was gerade für Zoar, abgeſchnitten von aller Civiliſation, nöthig war, nämlich Kochen, Backen, Waſchen, Bügeln, Nähen, Flicken, kurz, ein wahres Factotum. „Frohen Muths zog derſelbe nach Zoar und eröffnete dort unter Anleitung unſers Miſſionars die Schule mit einigen Kindern. Doch nun zeigte ſich ein Feind, mit dem wir leider nicht gerechnet hatten. Wovon wir glaubten, daß es ein Vortheil ſei, daß die Kinder nach der Schule heimgehen könnten und am nächſten Morgen wieder⸗ kommen, das geſtaltete ſich zu einem unerträglichen Uebel. Alle Morgen brachten die Kinder auch eine neue Auflage von Ungeziefer aus ihren Hütten mit, das nun natürlich auch auf unſern armen Lehrer wüthende Angriffe machte. Treulich hat dieſer ſich dagegen gewehrt, hat demſelben buchſtäblich blutige Schlachten geliefert, aber — alles hat ſeine Grenzen. Eines ſchönen Tages packte er auf und zog von dannen, und im Protokoll vom 29. November 1903 heißt es: „Herr B., welcher die Schule in Zoar angefangen hatte, hat nach eini⸗ gen Wochen die Stelle wieder aufgegeben.‘ Er war doch den aller⸗ dings ſehr ſchwierigen Verhältniſſen daſelbſt nicht gewachſen. Auch iſt es wohl nicht möglich, daß ein lediger Mann der Schule vorſtehe, da ſich die Nothwendigkeit herausſtellte, die Schule in Zoar, wenn ſie etwas werden ſoll, als eine boarding school zu führen, damit die Kinder nicht immer nach Hauſe können und neues Ungeziefer herbei⸗ ſchleppen. Da wir die einmal angefangene Schule nicht wieder durften eingehen laſſen, ſo wurde Miſſionar Kretzmann beauftragt, durch eine ihm zur Verfügung ſtehende, geſchulte Indianerin, die