# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S96 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 96 Verhandlungen der 26. Allgemeinen oder zum Kuß der Thora aufgerufen oder zugelaſſen werden. Dieſe Be⸗ ſchlüſſe wurden in viel tauſend Exemplaren gedruckt, in den Syna⸗ gogen angeklebt und nach jedem Gottesdienſte ausgerufen und aus⸗ getheilt. Dennoch ließ unſer Miſſionar den Muth nicht ſinken. Er arbeitete jetzt deſto mehr privatim an den Familien in den Häuſern. Hier konnte die Tomche Hajudoth ihn nicht verfolgen; ihre Spione konnten ihm nicht nachlaufen und die Gaſſenbuben ihn nicht hindern. „Es trat jetzt die Frage an uns heran, ob wir überhaupt noch ein beſonderes Local für Judenmiſſion halten wollten. Das Local an der Ludlow⸗Straße war zwecklos geworden. Nach Erwägung aller Umſtände entſchloß ſich die Commiſſion, in der oberen Stadt einen Verſuch zu machen. Im November 1904 bezogen wir ein kleines Local in Harlem an der öſtlichen 104. Straße und Zweiten Avenue. Auch hier wohnen viele Juden; aber es iſt eine andere, beſſere und anſtändigere Klaſſe als die Bündeljuden im Ghetto der unteren Stadt. Und ſiehe da! nach kaum zwei Monaten war das Local bereits zu klein. Die Zuhörerſchaft in den Gottesdienſten war auf 24 Perſonen angewachſen und die Schülerzahl auf 40 Kinder. Dieſe Zahl konnte in dem engen Zimmer nicht Platz finden. Schon zum Februar dieſes Jahres zogen wir nach der öſtlichen 101. Straße und Zweiten Avenue. Hier haben wir auch nicht zu viel Raum. Dieſes Local koſtet den Monat $30.00. Der Miſſionar ſteht jetzt in der oberen Stadt bereits mit vielen Familien in Verbindung, die von ihm regelmäßig beſucht werden. Die Familien unten in der Stadt, im früheren Miſſionsgebiet ſind ſeiner Wirkſamkeit auch nicht entzogen, ſondern werden von ihm ebenfalls regelmäßig beſucht, ſo auch viele Familien in Brooklyn. Die Tomche Hajudoth hat ſich hier noch nicht ſehen laſſen, dürfte es hier auch nicht ſo leicht wagen, ihre früheren Verfolgungen wieder aufzunehmen. So ſchreitet die Miſſionsarbeit jetzt friedlich und ſegensreich vorwärts. „Sollte jemand fragen: Was iſt denn in den letzten drei Jahren ausgerichtet worden? ſo können wir nach oben weiſen und ſprechen: Das weiß der HErr allein. Fragt man weiter: Wie viele ſind denn bekehrt worden? ſo können wir abermals nur nach oben weiſen und ſprechen: Das iſt Gottes Sache, wir können überhaupt nie⸗ mand bekehren. Fragt man endlich: Habt ihr außer dem Einen in den drei Jahren gar keine Juden getauft? ſo müſſen wir antworten, daß wir mit dem Taufen ſehr vorſichtig geworden ſind. Uebrigens tröſten wir uns mit dem Wort des Apoſtels, 1 Cor. 1, 17.: ‚Chriſtus hat mich nicht geſandt zu taufen, ſondern das Evangelium zu pre⸗ digen.‘ Letzteres iſt durch Gottes Gnade reichlich geſchehen, wie die ſummariſche Thätigkeit unſers Miſſionars ausweiſt. Seit dem