# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S85 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 11. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1905. 85 nicht genoſſen haben? wer ſie zum Heiland weiſen, wer ſie aus den Netzen der falſchen Propheten befreien, wer ſie aus den ſeelengefähr⸗ lichen Vereinen und Verbindungen herausbringen, wer ihnen auf ihren Irrwegen nachgehen? — Wie wichtig daher, daß unſere Synode in herzlichem Erbarmen ihre Boten und Arbeiter ins Feld geſtellt hat, die ſich der ſchwierigen Arbeit unter dieſen Elenden unterziehen! „Daß dieſe unſere Miſſionare unter beſonderen Schwierigkeiten arbeiten, davon iſt wohl jeder überzeugt. Sie wollen nicht unter das Urtheil fallen, daß ſie in ein fremd Amt greifen, und gehen daher nicht unter ſolche, die von andern aufgeſucht und geſammelt worden ſind. Wie mühſam müſſen ſie nun oft ſolche ſuchen, die noch kirchlos ſind! Hat der Miſſionar einen oder mehrere ſolche gefunden, wie ſchwer wird es ihm dann, ihr Vertrauen zu gewinnen! Dann muß er oft in ſaurer Arbeit ihnen die Zeichenſprache beibringen oder ihre Kenntniß derſelben vervollkommnen. Wie ſchwer iſt der Unterricht in der heilſamen Lehre an ihnen, denen oft die einfachſten Begriffe ganz fremd ſind! Wie ſchwer hält es, das Geſammelte zuſammenzuhalten! Wie ſelten zählt ihre Verſammlung eine größere Zahl — oft halten ſie Gottesdienſt mit einzelnen. Wie arbeiten die Secten ihnen faſt überall entgegen und ſcheuen oft nicht die verwerflichſten Mittel, um ihnen ihre Schäflein wieder zu entführen! Gibt es doch z. B. einen ſolchen Miſſionar unter den Taubſtummen, der Tänze und Bälle mit ihnen veranſtaltet und ſelbſt an der Thür ſteht, die Eintrittskarten zu verkaufen und in Empfang zu nehmen, und ſolche, die mit ihnen zu ihren Vergnügungsvereinen und Logen gehören. „Trotz alledem hat aber unſere Miſſion unter den Taubſtummen durch Gottes Hülfe nicht nur fortbeſtanden, ſondern auch in dieſem Triennium einen geſegneten Fortgang gehabt. Können wir auch nicht von großen Mengen berichten, die durch dieſe Miſſion gewon⸗ nen worden ſind, ſo ſind es doch an einer ſchönen Anzahl von Plätzen einzelne Seelen — und jede Seele iſt ja nach unſers Heilandes Ur⸗ theil mehr werth als die ganze Welt mit all ihren Schätzen. Fünf Paſtoren ſtehen im Dienſte dieſer Miſſion, nämlich die Paſtoren Ar⸗ thur L. Reinke, T. Wangerin, A. Boll, J. Salvner, N. F. Jenſen. Außer dieſen ſind noch die Paſtoren Theo. Claus, H. Hallerberg und O. Böcler in dieſer Miſſion thätig. Die Miſſion zählt 4 organiſirte Gemeinden mit zuſammen 55 ſtimmberechtigten und 116 communi⸗ cirenden Gliedern. Die Zahl der Predigtplätze iſt aber weit größer; an 45 Orten iſt regelmäßig gepredigt und Unterricht ertheilt und an einer ganzen Reihe von Plätzen iſt ein oder mehrere Male den Taubſtummen das Brod des Lebens gebrochen worden. Zu 6 Staats⸗ anſtalten für Taubſtumme haben unſere Miſſionare Zutritt und dür⸗