# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S84 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 84 Verhandlungen der 26. Allgemeinen oder Taubſtummenmiſſion. „Die Commiſſion, welcher von einer Ehrw. Synode die Pflege der Taubſtummenmiſſion anvertraut iſt, weiß gar wohl, daß andere Miſſionen unſerer lieben Synode in mancher Beziehung der Arbeit unter denen, die nicht hören und nicht reden können, voranſtehen, iſt aber auch der Ueberzeugung, daß die Arbeit an den Seelen ſo armer, elender Menſchen, wie es vor andern die Taubſtummen ſind, ein wichtiges Stück des Berufes iſt, den wir, denen Gott aus Gnaden das Licht ſeines reinen, ſeligmachenden Evangeliums angezündet hat, auszurichten haben, ein Werk, das von uns nicht mit halbem Herzen getrieben werden darf und das Gott mit ſeinem Segen gekrönt hat. „Ihre Commiſſion braucht einer Ehrw. Synode nicht vorzu⸗ führen, wie bedauernswerth diejenigen unſerer Mitmenſchen und Miterlöſten ſind, die des Gehörs und der Sprache beraubt ſind. Gibt es doch faſt in jeder Gemeinde unſers großen Synodalverbandes einen oder mehrere ſolcher armen Menſchen, an denen die lieben Delegaten dieſen Jammer mit Augen ſehen können. Wer unter uns gar ſelbſt Vater eines taubſtummen Kindes iſt und es unter ſeinen Kindern aufwachſen ſieht; wer ſeine andern Kinder in eine chriſtliche Schule ſenden und mit ihnen an den ſchönen Gottesdienſten im Hauſe des HErrn Theil nehmen kann, das arme Herzblatt aber, dem er nicht einmal von ſeinem Heilande erzählen, das er nicht beten lehren kann, daheim behalten muß, der weiß von Elend und Kummer des Herzens zu ſagen. „Wir haben, Gott ſei Dank! für unſere Kinder, die ſolche Heim⸗ ſuchung erfahren, in der Nähe dieſer Stadt, Detroit, eine Anſtalt, wo ſie vor allem das Eine lernen, das noth thut. Welch eine wichtige und ſegensreiche Anſtalt dies iſt, das wiſſen wohl die am beſten, die in der Taubſtummenmiſſion arbeiten. Wie freuen ſie ſich, wenn ſie unter den Taubſtummen hie und da ſolche finden, welche dieſe Anſtalt beſucht haben. Wie verhältnißmäßig leicht iſt ihre Arbeit an dieſen und welche Stützen haben ſie meiſtens an ihnen in ihren Gemeinden und auf ihren Predigtplätzen! Ach, wenn doch alle unſere Taub⸗ ſtummen dieſe Anſtalt beſuchen könnten! „In dieſer Anſtalt bleiben ſie aber nur bis zur Confirmation. Wer ſoll dann das hier Gepflanzte hegen, das fort und fort auf⸗ ſchießende Unkraut dämpfen, dem ſchwachen Glauben die nöthige Nahrung zutragen, kurz, Seelſorge an ihnen üben und ihnen Gottes Wort ſagen? Wer ſoll erſt die vielen Hunderte, ja, Tauſende doch auch durch Chriſti Blut erkaufter Taubſtummen aufſuchen, die die Wohlthat der chriſtlichen Lehre und Unterweiſung in dieſer Anſtalt