# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S79 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 11. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1905. 79 war gegründete Ausſicht vorhanden, daß der Lloyd ſie befördern werde. Da machte der gute Mann in ſeiner Aufregung allerlei Dummheiten, faßte neue Pläne und ſtieß ſo die Thür zu, die ſich ihm ſchon halb geöffnet hatte. Zuletzt reiſte er allein heimlich über England nach drüben, beſorgte ſich die Bürgerpapiere und ließ nun die Familie nachkommen, für deren inzwiſchen ſich vernothwendigende Unterbringung in einer billigen Miethswohnung bei ordentlichen Leuten die hieſige lutheriſche Auswanderermiſſion geſorgt hatte. Daß es außerdem während der ſechs Wochen, die die Leute in Bremen zu⸗ bringen mußten, viel zu tröſten, zu laufen, zu ſchreiben und zu kabeln gab, kann man ſich denken. „‚Von weiteren Beiſpielen aus der hieſigen Thätigkeit abſehend, möchte ich doch noch hinweiſen auf eine Erfahrung, die ich beſonders an Emigranten aus der Großſtadt machen durfte: Noch von jenſeit des Weltmeers kommen dankerfüllte Briefe, die ſich auf unſere kurze Abendandacht beziehen, an der die Schreiber vor Antritt ihrer See⸗ reiſe Theil nahmen. Ja, es iſt vorgekommen, daß man mit Thränen in den Augen dankte für den Segenswunſch, mit dem ich die Anmel⸗ dung der Freikarte geſchloſſen hatte: ein Beweis, wie durch Gottes Gnade ſelbſt ein kurzer Ewigkeitsklang wirken kann bei Leuten, die im Getriebe der irdiſchen Arbeit faſt vergaßen, daß ſie eine Seele haben. — Und daß auch, außer jenem ſchon erwähnten Greiſe, noch viele liebe Glaubensbrüder drüben, die auf einer Deutſchlandsreiſe zu unſern Miſſionsſtationen in nähere Beziehung traten, mit herz⸗ lichem Dank die Errichtung derſelben als eine Wohlthat anſahen, welche die Miſſouri⸗Synode ihren reiſenden Mitgliedern erwieſen hat, darf ich mit gutem Grunde behaupten. „‚Vielleicht möchte es von Intereſſe ſein, wenn ich im Anſchluß an Vorſtehendes mittheile, wie ſeit zwei Jahren der für den deutſchen Reichstag ausgearbeitete Bericht der Reichscommiſſäre über das Aus⸗ wanderungsweſen auch auf unſere kleine Arbeit Bezug nimmt. Ich ſetze den betreffenden Paſſus des erſt heute früh mir zugänglich ge⸗ wordenen letzten Jahresberichts hierher: „‚„Die hieſige lutheriſche Auswanderermiſſion unter Leitung des Miſſionars Gillhoff war ebenſo wie im vergangenen Jahr in reger Thätigkeit. Etwa 250 Perſonen, beſonders aus Rußland und den öſtlichen Provinzen Preußens, ſuchten die Miſſion auf. Dies wurde den Leuten dadurch weſentlich erleichtert, daß Herr Gillhoff ſich meiſt am Bahnhof zur perſönlichen Empfangnahme bereit hielt. Es wurden 71 Abendandachten mit etwa 450 Auswanderern abgehalten, wobei denſelben lutheriſche Kalender und andere Reiſelectüre ge⸗ ſpendet wurden.“