# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S73 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 11. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1905. 73 der, ohne Rückſicht auf ſich zu nehmen, ſeine Gattin allein in Barugur zurückließ und nach Kriſhnagiri eilte, um Frau Näther bei der Pflege ihres todtkranken Mannes zu unterſtützen. Sie ſind aber alle, Gott ſei Dank, gnädig behütet worden. „Vor drei Jahren zählten wir 45 eingeborene Chriſten. Dieſe Zahl hat ſich durch mehrere Todesfälle verringert; etliche ſind auch weggezogen, einige ſind abgefallen. Neue Glieder wurden nur wenige gewonnen. So beträgt die Zahl unſerer eingeborenen Chriſten jetzt nur 38. „Während der Peſtzeit haben unſere Schulen großen Schaden gelitten. Die Arbeit wurde nicht nur ſehr geſtört, ſondern an den meiſten Orten mußte ſie auch ganz eingeſtellt werden. In Folge davon ſind zwei Schulen eingegangen. Seit aber vor etwa einem Jahre die Peſt erloſchen iſt, haben unſere Miſſionare die Arbeit wieder rüſtig aufgenommen, und wir freuen uns, berichten zu können, daß nicht nur die zwei eingegangenen Schulen durch drei neugegründete erſetzt ſind, ſondern daß auch die frühere Schülerzahl nicht bloß erreicht, ſondern überſchritten iſt. Statt 12 Schulen mit gegen 500 Schülern haben wir jetzt 13 Schulen mit nahezu 600 Schülern. Dieſes Mehr kommt vor allem auf die Station Barugur, wo ſtatt der damaligen zwei kleinen jetzt vier zum Theil ſehr gut beſuchte Schulen beſtehen. „Die vergrößerte Zahl unſerer Miſſionare machte die Errichtung von zwei neuen Wohnhäuſern nöthig, in Kriſhnagiri für Miſſionar Naumann und in Vaniyambadi für Miſſionar Hübener. An dem letzteren Orte wurde die neue Miſſionarswohnung beſonders darum errichtet, weil Vaniyambadi aus mehreren Gründen der geeignetſte Ort für die künftige Einrichtung eines Seminars zur Ausbildung eingeborener Miſſionsgehülfen zu ſein ſcheint. Solche Gehülfen zu gewinnen, müſſen wir mit allem Ernſte anſtreben. Miſſionar Mohn hat ſich zwar aus den Knaben, die ſeine Schule beſuchten, 4 Lehrer herangebildet, die ihm jetzt gute Dienſte leiſten. Soll aber unſere Arbeit mehr gefördert werden, ſo müſſen wir auf regelmäßige Aus⸗ bildung eingeborener Miſſionsdiener bedacht ſein und ſie ins Werk ſetzen, ſobald ſich die Möglichkeit dazu bietet. „Gegenwärtig haben wir nur 4 Arbeiter in Indien. Die Miſ⸗ ſionare Mohn und Kellerbauer waren nach zehn⸗ und zwölfjähriger Arbeit in Indien eines längeren Urlaubs dringend bedürftig und weilen jetzt in Deutſchland. Zu großer Freude gereicht es uns aber, daß Candidat Nau aus unſerm Seminar in St. Louis willig iſt, in den Dienſt unſerer Miſſion zu treten. Er ſoll während unſerer gegen⸗ wärtigen Synodalverſammlung nach Indien abgeordnet werden.