# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1857_S83 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Von dem Unterschied des Wesentlichen und Unwesentlichen in der Lehre. 83 „Gutachten,“ welches die Jenaische Fakultät über den „Consensus repetitus“ gestellt hat. Wir können es uns um so weniger versagen, diese Citate auch unseren Lesern mitzutheilen, als dieselben genannten ziemlich selten gewordenen Werken entnommen sind und zwar von Verfassern, die nichts weniger als in dem Verdachte stehen, in ihren Anforderungen an wahre Orthodoxie das Maaß überschritten zu haben. Das erste Citat ist folgendes: „Es hat Gott seiner Kirchen als einer geistlichen Mutter aller gläubigen Kinder Gottes nicht nur diejenigen Haupt-Artikel der christlichen wahren Lehre, die einem jeden Einfältigen für sich zu glauben nöthig sind, und ohne deren Wissenschaft und Beifall der wahre Glaube nicht kann in ihnen entzündet oder erhalten werden, sondern die ganze christliche Glaubens- und Lebenslehre, wie auch die heilige Sacramenta anvertrauet, dieselbe rein und unverfälscht zu erhalten, zu bewahren, wider alle verführerische Geister zu vertheidigen, derselben sich zu gebrauchen, Gott geistliche Kinder zu zeugen und zu erziehen, daß sie in seligem Erkenntniß von Tag zu Tag wachsen und zunehmen, die Schwachen zu stärken, die Angefochtenen aufzurichten, die Zaghaften zu trösten, die Ruchlosen und Sichern aus dem Sündenschlaf aufzuwecken, die Irrenden zurechtzubringen, die Verlornen zu suchen und also Alles damit auf's sorgfältigste auszurichten, was einer geistlichen Mutter an Gottes wahren Kindern auf Erden auszurichten und zu thun oblieget, und hat sie keine Macht, von denen Lehrstücken, die zu diesem Zweck ihr anvertrauet sind, und ohne deren Behuf sie ihres anbefohlenen Amts zu Erbauung ihrer Glieder und der wahren Kinder Gottes sich nicht völlig gebrauchen kann, etwas zu vergeben, sondern was Paulus seinem Timotheo sagt: Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre u. s. w. 1 Tim. 4, 16. 6, 3 ff. 2 Tim. 3, 11. 1, 13. u. 14. — das saget er in Timotheo der ganzen christlichen Kirchen, und was er insgemein von einem jeglichen Bischof erfordert, daß er halte ob dem Wort, das gewiß ist, auf daß er mächtig sei, zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher, Tit. 1, 9. das erfodert er auch von allen rechtschaffenen Bischöfen und getreuen Lehrern, und ist der christlichen Kirche und dero getreuen Lehrer dieses ihr Amt, daß sie nicht allein über denen Artikeln und Stücken christlicher Lehre, die den Einfältigen für sich zu glauben nöthig sind, sondern auch welche getreuen Lehrern und Predigern nöthig sind, Andere zur Seligkeit zu unterweisen, die da nütze sind zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, wie Paulus 2 Tim. 3, 16. redet, unverrückt, und fest halten und deren keines verfälschen oder entziehen lassen.“ „Solcherlei Lehrstücke aber betreffen die meisten, zwischen unserer und der päpstischen Kirchen, und zwischen unserer und der reformirten oder calvinischen Kirchen enthaltenen Streitigkeiten, als da sind die Streitigkeiten von der Rechtfertigung und Vergebung der Sünden, von guten Werken und deren vermeintem Verdienst, von der Buße und deren partibus, von der Menschen