# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1857_S81 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 81 Entgegensetzenden, nicht im Gegensatze, d. i. in der That einer ebenso freien als bedingten Persönlichkeit, welche nicht etwa ihm einen Einfluß bloß auf sich gestattete, sondern dadurch, daß es aus und in ihr erst entstand, sich selbst böse machte, also das Prinzip des Bösen ward und zwar, weil Person, ein (sich selbst und) andere verführendes. Dies der Grund der gänzlichen Verstockung und Hoffnungslosigkeit einer Erlösung der Teufel. (Fortsetzung folgt.) Von dem Unterschied des Wesentlichen und Unwesentlichen in der Lehre. Ein sehr gewöhnlicher Trost, womit sich jetzt viele bei ihren Abweichungen von der Lehre der Schrift oder, wie sie lieber sagen, der Kirche trösten, ist, bringen. Nun so ist es denn das eigentlich Fremde für die Creatur, die göttlichen Geschlechtes ist, in welche allein doch es eindringen kann; somit der Wahn einer entzügelten, aller Bande ihrer Abkunft los und ledig gewordenen Freiheit die aufs Höchste gestiegene Schmach eines Gefesselten der Sünde, welche wir am lebendigsten begreifen in ihrer dunkeln Tiefe und grauenhaften Grundlosigkeit, je unheimlicher der Uebergang aus einem reinen Zustande in sie wird. Unwissend derselben objectiv mußte Teufel wie Urmensch in dem ersten Momente und den Anfängen ihres Zeitlebens sein, (was bei dem Kinde von Adam geboren nur möglich ist vor dem Erwachen des Bewußtseins um sich selbst, das Gesetz und seinen Zwiespalt mit ihm, und bei gänzlich betäubtem Gewissen, Röm. 7, 7.;) von dieser Unschuld sollten sie durch vollbewußte Abweisung des Bösen zum „von keiner Sünde wissen“ subjectiv (2 Cor. 5, 21. — vgl. Winer Gramm. des neu-testamentl. Sprachid. S. 396 fgg.) emporsteigen. So wie der Wille quieszirend gestattete, daß sein bis dahin unbeflecktes Getriebe sich mit dem Gedanken des verbotenen Gegenstandes einigte, war die Anlage, der Keim vorhanden, aus dem alsogleich des erstern Entschließung den nun eingeschlossenen Samen zur Blüthe und Frucht beförderte, darin der Begriff der Gottlosigkeit, des von Gott Losgewordenen liegt, weil es von dessen Thätigkeit unberührt bleibt, wiewohl sie in der innern Entstehung also mitgewirkt hat, inwieweit das Agiren der Kräfte an sich ohne Sein durchdringendes Bewegen nicht gefaßt werden kann. Die Erfolge alle der Entscheidungen, äußerlich und innerlich außerhalb des Punktes der Subjectivität, bleiben nicht weniger vollkommen in Seiner Hand; sie werden zu Strafen, je nachdem Er es will; (der Verlust des göttlichen Ebenbildes, die Herrschaft der concupiscentia, die Unmöglichkeit, die Entscheidung für des Satans Sinn und Willen aufzuheben und zur Gottähnlichkeit sich wieder umzuwenden, sind ihrem letzten Grunde nach unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten, s. Apol. der Augsb. Conf. S. 121 fg. lat. S. 58 fg., sowie das göttliche Wirken, welchem die Schrift ein Gereizt⸗, ja Verstocktwerden zum Bösen zuschreibt, 2 Sam. 24, 1., 1 Chron. 22, 1., 2 Sam. 16, 10 fg., 12, 11., 1 Kön. 22, 20 fgg., Jes. 63, 17 ꝛc.;) und wenn es oft so scheint, als sei die Geschichte dieses Lebens ein Dualismus göttlicher und creatürlicher Thätigkeit mit der letztern größten Abnormitäten und furchtbarsten Auswüchsen: so kann doch schon vor der Zeit der Ernte das Böse ein selbstständiges, in sich behauptetes Reich niemals erlangen, vgl. 1 Mos. 50, 19 fg., wenn gleich ohne Unterlaß es darnach strebt; nur möglich in einer intelligiblen Welt, welche über die Form der Spontaneität hinausgeht und wo die innern Zustände des Wesens einer eignen gegenseitigen Hemmung zugänglich waren, insofern ihrer mehrere und entgegengesetzte in einem und demselben zusammentrafen, und was lediglich Moment sein sollte, sich zum höchsten Prinzip aufwarf und das Ganze sein wollte, bleibt es nichts als ein vergeblicher Widerstreit von Thatsachen gegen die Idee der göttlichen Zwecke.