# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 11. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1905. 25 an einen größeren Kirchenkörper — eben ſeiner Größe wegen — hingen. Darauf iſt zu ſagen: Wir haben weder die Aufgabe, die Armuth der Kirche darzuſtellen, noch die Aufgabe, eine äußerlich herrliche Erſcheinung der Kirche anzuſtreben. Wir haben nur Eine Aufgabe: Chriſti Wort, nur Chriſti Wort, aber auch Chriſti ganzes Wort, zu lehren und zu bekennen. Wenn wir das thun, ſo ſorgt der HErr der Kirche für Wachsthum und Kreuzesgeſtalt nach ſeinem Wohlgefallen. Und was die unlauteren Elemente betrifft, ſo werden dieſe nicht durch die Kleinheit des kirchlichen Körpers an ſich ferngehalten. In dem kleinen Kreiſe von zwölf Jüngern bildete ſich ein Judas heraus. Die Ausſcheidung der unlauteren Elemente wird durch Gottes Wort zu ſeiner Zeit bewirkt. Das iſt auch zu allen Zeiten in der Miſſouri⸗Synode geſchehen. Sehen wir das Verzeichniß derer durch, die ſich in den erſten fünf Jahren der Synode angeſchloſſen haben, ſo gewahren wir, daß ein Theil derſelben wieder von uns abgetreten iſt. Dasſelbe iſt fortwährend geſchehen, nachdem die Synode größer geworden war, und geſchieht noch jetzt. Wie es in den einzelnen Gemeinden geht, ſo geht es auch in einem Bund von Gemeinden, in einer Synode. Durch Gottes Zulaſſung treten Leute auf, die verkehrte Dinge reden oder thun und ſich mit Gottes Wort nicht weiſen laſſen. Nun kommt eine Prüfungszeit für die Gemeinde, beziehungsweiſe die Synode. Was aus der Wahrheit iſt, tritt auf die Seite der Wahrheit; was aus der Lüge und unlauter iſt, tritt auf die Seite des Irrthums und der Lüge. Von dieſem in der Kirche unaufhörlich vor ſich gehenden Läuterungsproceß ſchreibt der Apoſtel Paulus: „Es müſſen Rotten unter euch ſein, auf daß die, ſo recht⸗ ſchaffen ſind, offenbar unter euch werden.“ Bleiben wir nur bei Gottes Wort, ſo bewirkt dieſes ſowohl den fortgehenden Zuſammen⸗ ſchluß der Herzen auf dem Grunde der göttlichen Wahrheit als auch die nothwendige Läuterung in den Gemeinden und in der Synode. Meine Schlußerinnerung iſt: Bleiben wir an Gottes Wort. Das, und das allein, ſoll uns verbinden. Dazu gehört, daß Prediger und Zuhörer fleißig und unaufhörlich mit Gottes Wort umgehen. Nur der fortwährende Umgang mit Gottes Wort erhält die Herzen bei Gottes Wort. Die Prediger müſſen fleißig ſtudiren und Conferenzen halten, die Zuhörer regelmäßig Gottes Wort in der Kirche hören, und es auch im Hauſe zu treiben nicht vergeſſen. Gottes Wort, fleißig gebraucht, erobert ſich immer wieder von neuem die Herzen und errettet ſie von der Verführung der Welt und der Irrlehrer. Einer unſerer Gegner hat einmal geſagt: „Solange die Paſtoren der Miſſouri⸗Synode ſo fleißig Paſtoralconferenzen halten und auf denſelben immerfort ſich mit der Lehre beſchäftigen, wird