# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 11. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1905. 21 Dieſe Bethätigung der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft innerhalb der Synodalconferenz war eine der erfreulichen Erſcheinungen bei den „freien Conferenzen“. Auf eine immer wiederkehrende Gefähr⸗ dung der brüderlichen Gemeinſchaft innerhalb der Synodalconferenz muß ich jedoch aufmerkſam machen. Es kommt, wie in früheren Jahren, ſo auch jetzt innerhalb der Synodalconferenz immer wieder vor, daß Glieder aus Gemeinden einer Schweſterſynode aufgenom⸗ men oder kirchlich bedient werden, ehe ſie eine „friedliche Entlaſſung“ erlangt haben. Dies Verfahren ſtreitet ſowohl mit dem glaubens⸗ brüderlichen Verhältniß als auch mit den beſonderen Abmachungen, die zwiſchen den Synoden der Synodalconferenz beſtehen. Hält man dafür, daß die „friedliche Entlaſſung“ mit Unrecht verſagt werde, ſo halte man die Betreffenden an, daß ſie bei ihrer Gemeinde, be⸗ ziehungsweiſe bei ihrer Synode, ihre Beſchwerde einreichen. So wird einerſeits dem Unrecht abgeholfen, falls ein ſolches vorliegt, andererſeits wird der Störung der brüderlichen Gemeinſchaft zwiſchen den Synoden vorgebeugt. — Mit unſern Glaubensbrüdern in Auſtra⸗ lien ſtehen wir in brüderlichem Verkehr, und das gegenſeitige Ver⸗ trauen hat keine Trübung erfahren. Unſere Glaubensbrüder in Deutſchland haben uns einige Bitten vorzutragen, die die Synode gerne anhören wird. Herr P. Amling aus Berlin iſt bei dieſer Ver⸗ ſammlung gegenwärtig. Freie Conferenzen. Im letzten Triennium haben, wie ſchon erwähnt wurde, mehrere ſogenannte „freie Conferenzen“ zwiſchen Lutheranern Americas ſtatt⸗ gefunden. Auch einige aus unſerer Mitte haben an dieſen Con⸗ ferenzen Theil genommen, einmal, weil ſolche aus dem gegneriſchen Lager, die dem Lehrſtreit über die Bekehrung und Gnadenwahl ferner ſtanden, eine Darſtellung unſerer Lehre aus dem Munde von Miſ⸗ ſouriern wünſchten, ſodann, um den Schein zu meiden, als ob wir einem Frieden auf dem Grunde der Wahrheit nicht von Herzen ge⸗ neigt ſeien. Ueber das Reſultat der Conferenzen iſt ein Doppeltes zu ſagen. Es haben manche, denen bisher nur eine Caricatur unſerer Lehrſtellung vor Augen geführt worden war, unſere wirkliche Lehr⸗ ſtellung kennen gelernt. Zum andern: die Wortführer in den gegneri⸗ ſchen Synoden ſind nicht für die Wahrheit gewonnen worden, ſondern haben ſich anſcheinend in dem Irrthum, daß die Seligkeit nicht allein auf Gottes Gnade, ſondern auch auf dem Menſchen ſelbſt ſtehe, noch mehr verfeſtigt. Dazu iſt bei dieſen Conferenzen auf Seiten der geg⸗ neriſchen Wortführer noch mehr als früher der grundſätzliche Irrthum hervorgetreten, daß nicht die heilige Schrift allein Artikel des Glau⸗