# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1905_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der 26. Allgemeinen oder Nach geſchehener Organiſation der Synode verlas der Hochw. Allgemeine Präſes, Herr D. F. Pieper, folgende Synodalrede nebſt Präſidialbericht. Synodalrede. Ehrwürdige Väter und Brüder! Die 58 Jahre des Beſtehens unſerer Synode ſind Jahre fröh⸗ lichen Wachſens und Gedeihens geweſen, aber auch Jahre fortwäh⸗ renden Kampfes. Die Synode hatte ſich von allem Anfang an gegen die heftigſten Angriffe von außen zu wehren. Und dieſe Befehdung hat im Laufe der Zeit nicht ab⸗, ſondern eher noch zugenommen. Wir haben viel Freunde auch in den kirchlichen Gemeinſchaften, die als Gemeinſchaften wider uns ſtehen. Aber die Wortführer eines großen Theils der proteſtantiſchen und auch der lutheriſch ſich nennenden Chriſtenheit bekämpfen unaufhörlich die Miſſouri⸗Synode und die Synoden, welche unſere Lehrſtellung theilen. Bekämpft man uns mit Recht? Nein! Die Wahrheit, die gött⸗ liche Wahrheit, iſt auf unſerer Seite. Um uns etwas anhaben zu können, um einen Schein des Rechts wider uns zu gewinnen, muß man zur Unwahrheit, zur falſchen Darſtellung unſerer Lehre und Praxis ſeine Zuflucht nehmen. Dies will ich jetzt in Bezug auf einige Hauptpunkte an Beiſpielen nachweiſen. Wie wir lehren, daß alle, welche an Chriſtum als ihren Heiland glauben, und nur ſie, die chriſtliche Kirche ſind, ſo lehren wir auch, daß ihnen alle geiſtlichen Güter und Rechte urſprünglich und unmit⸗ telbar gegeben ſind. „Alles iſt euer“, belehrt der Apoſtel die Gläu⸗ bigen 1 Cor. 3, 21. Der Glaube hat mit der Vergebung der Sünden alles, der Unglaube hat nichts als Sündenſchuld und Verdammniß. Die Gläubigen oder die Chriſten haben daher auch Recht und Pflicht, das Predigtamt zu beſtellen, ſowie über die Lehre zu urtheilen, nicht nach ihrem Kopfe, ſondern nach Gottes Wort. Um eine Sache wider uns zu gewinnen, ſagt man von uns, wir führten den ameri⸗ caniſch⸗demokratiſchen Geiſt in die Kirche ein, richteten eine Pöbel⸗ herrſchaft in der Kirche auf und machten die Paſtoren zu Menſchen⸗ knechten. Wir lehren, daß die Chriſten verpflichtet ſeien, Ortsgemein⸗ den zu bilden und das von Chriſto geſtiftete Predigtamt unter ſich aufzurichten, und zwar das Predigtamt, wodurch das Evangelium rein gelehrt und die Sacramente nach Chriſti Einſetzung verwaltet werden. Kirchliche Gemeinſchaft mit Irrlehrern heißen wir die