# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S102 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 102 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder dem theologiſchen Seminar in Springfield zu ihrem Miſſionar. Derſelbe wurde im Auguſt 1899 eingeführt. Da es unbedingt nothwendig war, daß der Miſſionar, um mit Segen unter den Indianern arbeiten zu können, auf der Reſervation wohne, ſo ſah ſich die Commiſſion genöthigt, da keine paſſende Wohnung daſelbſt zu finden war, ein Pfarrhaus zu bauen. Zu dem Zweck wurden 20 Acker Land, in der Anſiedlung gelegen, für $200.00 gekauft. Die Koſten für den Bau belaufen ſich auf $1837.52. Die Summe ſcheint eine ſehr hohe zu ſein, doch möge die Ehrw. Synode bedenken, daß außer dem eigentlichen Pfarrhaus noch ein Stall, temporärer Wagenſchup⸗ pen, Brunnen ꝛc. gebaut und der ganze Platz eingezäunt werden mußte. Dazu kommt, daß das meiſte Material 16 Meilen weit, von Shawano, herbeigeſchafft werden mußte, ſo daß ſich der Fuhrlohn allein auf $125.00 bis $150.00 belief. Außerdem war der Arbeitslohn und der Preis des Materials zu der Zeit ein ſehr hoher. Auch mußten wir den Anbau am Pfarrhaus, die jetzige Küche, größer bauen, als es ſonſt nöthig geweſen wäre, um denſelben zur Abhaltung der Gottesdienſte benutzen zu können, da man uns Schwierigkeiten machte, die Regierungsſchule noch ferner zu benutzen. Auch waren wir gezwungen, etwa 6 bis 7 Acker Land einiger⸗ maßen reinigen zu laſſen, um das Eigenthum vor Waldbränden zu ſchützen. Obwohl nun die Koſten ſehr hohe waren, ſo hat doch der treue Gott die Herzen willig gemacht, reichlich beizutragen, ſo daß wir ſchon letztes Jahr die letzten Schulden hätten abtragen können, hätte ſich die Commiſſion nicht genöthigt geſehen, mit dem Bau einer kleinen Kirche zu beginnen. „Leider hat die Miſſion mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Nach neunmonatlicher Arbeit ſah ſich Herr P. Larſen genöthigt, ſeiner an⸗ gegriffenen Geſundheit wegen zu reſigniren. Die Commiſſion hat nun wiederholt verſucht, für die Miſſion einen Miſſionar, womöglich einen im Amt erfahrenen Mann, zu bekommen, ſie hat fünf⸗ bis ſechsmal berufen, aber immer vergeblich. So blieb uns nichts anderes übrig, als die Ehrw. Facultät in St. Louis um einen Studenten zu bitten. Dieſelbe bewog Herrn Stud. E. Biegener, auf ein Jahr die Miſſion zu bedienen. Der⸗ ſelbe hat mit großer Treue, Gewiſſenhaftigkeit und Fleiß unter den India⸗ nern gearbeitet, und Gott hat ſeine Arbeit geſegnet. Die Indianer kamen fleißig zur Kirche. Der Anbau des Pfarrhauſes war ſchließlich nicht groß genug, alle Leute zu faſſen, weswegen wir zwei Zimmer im Hauptgebäude für Gottesdienſte einrichteten. Während der Student ſonſt in Shawano wohnte und zu den Gottesdienſten hinausfuhr, blieb er auf Wunſch der Indianer während der ſtillen Woche 1901 auf der Reſervation und hielt jeden Tag einen Paſſionsgottesdienſt, der gut beſucht wurde. Auch übte er mit dem Singchor der Indianergemeinde einige Lieder ein, wie: ‚O Haupt voll Blut und Wunden‘ u. a. Gottes Wort iſt nicht vergeblich gepredigt worden, wofür auch an Kranken⸗ und Sterbebetten manch herrliches Zeug⸗ niß laut wurde.