# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S95 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zehnten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1902. 95 der Delancey⸗Straße, wo ſie ſich jetzt noch befindet. Die jüdiſchen Späher ſind uns auf Tritt und Schritt gefolgt. Die Thomche Hajudoth ſtellen noch jetzt ihre Wachen vor unſerm Local auf und ſuchen die Kinder abzu⸗ fangen und vor unſerm Miſſionar zu warnen; aber freilich ſolchen Aufruhr und Unfug wie an der Pitt⸗Straße dürfen ſie hier nicht in Scene ſetzen, nicht weil ſie jetzt frömmer geworden ſind, ſondern weil unſer Local gegen⸗ über einer Polizeiſtation liegt. Noch vor einigen Wochen mußte der Miſ⸗ ſionar ſich von der Polizei Hülfe erbitten, die ihm auch augenblicklich zu Theil wurde und dahin führte, daß ein Judenweib von der Polizei in die Station abgeholt, aber mit Verwarnung freigelaſſen wurde, da der Miſ⸗ ſionar ſie nicht einſtecken laſſen wollte. „Unter all dieſen erſchwerenden Umſtänden wird das Werk der öffent⸗ lichen Predigt an Samstagen und Sonntagen vor erwachſenen Juden, ſowie der chriſtliche Unterricht an den Kindern eifrig fortgeſetzt. Im Laufe der vergangenen drei Jahre hat unſer Miſſionar 114 Predigten in New York vor 1067 Juden gehalten und ihnen darin aus den Weiſſagungen und deren Erfüllung in Chriſto nachgewieſen, daß dieſer der Heiland der Welt iſt, der Weibesſame, der der hölliſchen Schlange den Kopf zertreten hat, der Segen Abrahams, in dem alle Geſchlechter ſollten geſegnet werden, der Jungfrauen Sohn, deſſen Herrſchaft iſt auf ſeiner Schulter, und der da heißt: Rath, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, Friedefürſt. Auch in Boſton hat unſer Miſſionar auf beſondere Veranlaſſung 9mal den Juden gepredigt, deren Geſammtzahl bei dieſen Predigten 135 betrug. Desgleichen hat der Miſſionar in den verfloſſenen drei Jahren 323mal Sabbaths⸗ und Sonn⸗ tagsſchule mit Katechismusexamen und bibliſchem Unterricht abgehalten, wobei ſich die Geſammtzahl der Schüler auf 7432 bezifferte. Was dieſer Unterricht durch Predigt und Kinderlehre ausgerichtet hat, kann ja durch Zahlen nicht feſtgeſtellt werden; aber das iſt gewiß, daß der HErr, der Allwiſſende, es weiß und die Ewigkeit es offenbaren wird, und daß wir uns darüber erſtaunen und verwundern und Gott in Ewigkeit dafür danken, rühmen und preiſen werden. Dies glauben wir auf Grund der Ver⸗ heißungen, die Gott ſelbſt ſeinem Worte gegeben hat, welches nicht ſoll leer zurückkommen, ſondern wie Regen und Schnee die Erde feuchten, ſie fruchtbar und wachſen machen, daß ſie gibt Samen zu ſäen und Brod zu eſſen, ſo ſoll ſein Wort auch ſein: es ſoll thun, was ihm gefällt, und ſoll ausrichten, wozu er es ſendet. Aber obwohl dieſes Werk des öffent⸗ lichen Predigens und Lehrens die Hauptarbeit unſeres Miſſionars iſt, ſo beſteht darin doch nicht ſeine einzige und volle Thätigkeit. Privatbeſuche in Judenfamilien, das Empfangen von Beſuchern in der Miſſion und im eigenen Hauſe beſchäftigen unſern Miſſionar die ganze Woche hindurch. So hat er in New York im Laufe der drei Jahre allein 2264 und in Brooklyn 430 Familien beſucht, religiöſe Fragen behandelt und zur Pre⸗ digt eingeladen; desgleichen hat er 3554 chriſtliche Tractate, 328 Neue