# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S86 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 86 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder theuren Glaubensgenoſſen. Aber auch um Arbeiter in die Ernte muß das Gebet ergehen. Soll unſere Miſſion Beſtand haben, ſo müſſen auch in dieſen Theil der Ernte des HErrn mehr Arbeiter geſendet werden. Für Heidenpredigt und Schulen, Katechumenenunterricht und Gemeindepflege iſt eigentlich Eine Kraft auf einer Station zu wenig, irgendwo muß das Werk alsdann ungenügend betrieben werden. Es darf aber auch das Feuer des göttlichen Wortes nicht auf den Herd unſerer vier Stationen beſchränkt bleiben, es muß ausgebreitet und das Netz der Stationen ſo bald als mög⸗ lich erweitert werden. Endlich — und das iſt zunächſt das Allerwichtigſte — muß ein Erſatz von Kräften vorhanden ſein, ſofort einzutreten, wenn Miſſionare nothgedrungen in die Heimath müſſen, erkranken oder durch den Tod abgerufen werden. Und es iſt ein großes Wunder vor unſern Augen, daß wir in dieſen erſten Jahren ſo ohne weſentliche Störungen auf unſern Stationen verweilen und arbeiten durften bei uns dicht umgebenden Seu⸗ chen, bei den täglichen Heidenpredigten und Baubeaufſichtigungen, wobei wir uns der Tropenſonne in hohem Maße auszuſetzen haben. „Ehrwürdige Herren Väter und Brüder! Unſere Miſſion hat in In⸗ dien noch eine ganz beſonders vornehme und überaus wichtige Aufgabe. Es iſt wahr, einerſeits gibt es in dieſem Lande noch Millionen von Heiden, denen Gottes Wort vielleicht gar nicht oder doch nur ſpärlich zu Gehör ge⸗ kommen iſt; andererſeits iſt es aber auch Thatſache, daß kein Erdtheil ſo zum Gegenſtand der Miſſion gemacht worden iſt wie gerade Indien, wo faſt alle Miſſionen vertreten ſind. Aber auch faſt alle Miſſionen ſtehen mehr oder weniger indifferent zur reinen Lehre des göttlichen Wortes. Darum ſind es nur Theile und Bruchſtücke der Wahrheit, welche den Hei⸗ den und Chriſten Indiens gepredigt werden. Da hat nun unſere Miſſion die wichtige Aufgabe, ‚Gottes Wort und Luthers Lehr‘, Gottes Wort und ſeine über alle Zweifel erhabene, gewißlich wahre und ganze lutheriſche Auslegung nach unſeren Bekenntniſſen Chriſten und Heiden darzubieten. Und die Tamulen, ſelbſt Parias, haben ein Verſtändniß dafür, denn die Wahrheit iſt einfach und klar, die halbe Wahrheit und Lüge dagegen ver⸗ worren und dunkel. Schon um dieſer beſonderen Aufgabe willen bitten wir die Synode, auch fernerhin unſer Miſſionswerk mit aller Hingabe, allem Eifer und aller Freudigkeit treiben zu wollen. „Gewiß, die Miſſion iſt in fernen, fremden Landen unter unſeren Lebensbedingungen und Gewohnheiten entgegengeſetzten Verhältniſſen ein ſchweres Werk und fordert nach allen Seiten hin große Opfer an Perſonen und Geld. Doch ſo ſpricht der HErr Matth. 17, 20.: ‚Denn ich ſage euch: Wahrlich, ſo ihr Glauben habt als ein Senfkorn, ſo möget ihr ſagen zu dieſem Berge: Heb dich von hinnen dorthin, ſo wird er ſich heben, und euch wird nichts unmöglich ſein.‘ Ja, von Jahr zu Jahr werden die Berge weichen und die Hügel hinfallen, und uns wird nichts unmöglich ſein, wenn wir nur das Werk, das wir im Glauben begonnen haben, im Glauben fort⸗