# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S80 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 80 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder ſchon an vielen Orten deutſche Paſtoren Engliſchen in ihrer Sprache dienen. Und ſo wird man denn abermal zu einer Kraft⸗ und Geldverſchwendung ge⸗ nöthigt ſein und zwei Arbeiter dahin ſtellen und da erhalten müſſen, wo Einer die Arbeit thun könnte und ſollte. — Zum andern werden ſolche Pre⸗ diger nicht im Stande ſein, die reiche theologiſche Literatur der deutſch⸗ lutheriſchen Kirche zu benutzen. Bei ſolchem Stand der Dinge würde aber wiederum Capitel I, § 2 der Conſtitution von der zweckmäßigen Verwen⸗ dung der Gaben nicht zu ſeinem Rechte kommen. Auch hier iſt daher der Vortheil einer zweiſprachigen Synode einleuchtend. „d. Capitel II, § 6 der Conſtitution wird als Bedingung der Glied⸗ ſchaft in der Synode u. a. genannt: ‚Verſorgung der Kinder in der Ge⸗ meinde mit chriſtlichem Schulunterricht.‘ — In ſynodaler Trennung der Engliſchwerdenden von den Deutſchen liegt eine Gefahr für das Inſtitut der Gemeindeſchule, ſowie für andere gute Einrichtungen (Chriſtenlehren, Kirchenmelodien ꝛc.), die in der deutſchen Synode längſt Bürgerrecht er⸗ langt haben. Der in unſerer Zeit liegende Hang zu Neuerungen kann bei Loslöſung der Gemeinden von der alten Mutterſynode gar leicht zur Bei⸗ ſeiteſchaffung der alten guten Traditionen führen. „Wir haben ſchon jetzt in unſern deutſchen Gemeinden ein Ele⸗ ment, das die Nothwendigkeit und den hohen Nutzen chriſtlicher Ge⸗ meindeſchulen nicht erkennt. Es beſteht zum Theil aus ſolchen, die ſelbſt die Gemeindeſchule nur kurze Zeit oder gar nicht beſucht haben. Gerade dieſe aber ſind es, welche am erſten zum Engliſchwerden ſich hinneigen. Sie würden alſo in den engliſchen Gemeinden verhältniß⸗ mäßig zahlreich ſein und könnten da gar leicht die Einrichtung und Erhaltung einer Gemeindeſchule hindern. Dadurch würde aber gar bald auch in der benachbarten deutſchen Gemeinde der Beſtand der Gemeindeſchule gefährdet werden. Da die Erhaltung einer Schule Opfer fordert, ſo würde man bald ſagen: Wenn die Engliſchen ohne chriſtliche Schule auch gut lutheriſch ſind, warum könnten wir es nicht auch ſein? Warum müſſen wir dieſe Laſt tragen? Empfinden aber unſere Gemeinden die Erhaltung ihrer Schule erſt als ein ihnen aufgehalſtes Joch, ſo denken ſie auch daran, es abzuſchütteln. Wie unberechenbar groß iſt daher der Vortheil, wenn dieſer Gefahr vor⸗ gebeugt werden kann! „e. Bei enger ſynodaler Verbindung ꝛc. würde auch dieſe Gefahr vermieden, daß man über eiferſüchtiger Verfolgung von Sonderintereſſen Seitens der Deutſchen wie der Engliſchen die Hauptſache, nämlich die För⸗ derung des Reiches Gottes, aus den Augen verlöre, liberale Praxis ein⸗ führte und die Einigkeit des Geiſtes zerſtörte. „f. Endlich noch eins. Wir haben jetzt ſchon, ſonderlich auf unſern Miſſionsfeldern, eine nicht geringe Anzahl Parochien, die aus deutſchen und engliſchen Gemeinden beſtehen, und der Parochien dieſer Art werden