# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S79 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zehnten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1902. 79 „3. Groß würden die aus einer ſolchen engen ſynodalen Verbindung fließenden Vortheile ſein. „a. Zu den Geſchäften einer Synode gehören nach Capitel I, § 3 der Synodalconſtitution: ‚vereinte Ausbreitung des Reiches Gottes und Er⸗ möglichung und Förderung beſonderer kirchlicher Zwecke (Seminar, Agende, Geſangbuch ꝛc.)‘. Haben nun Deutſche und Engliſche je ihre eigene Synode, ſo müſſen beide Lehranſtalten und Verlagshäuſer einrichten und erhalten. Während man nun auf der einen Seite dieſe Einrichtung mit immer neuen Koſten wird erweitern müſſen, ſo wird auf der andern Seite der bereits ein⸗ gerichtete koſtſpielige Haushalt ſich immer mehr entleeren. Und während die Einkünfte für den ſich entleerenden Haushalt (Lehranſtalten und Ver⸗ lagshaus) naturgemäß abnehmen werden, ſo werden doch noch längere Zeit die Führungs⸗ und Betriebskoſten dieſelben bleiben. Dies alles wird zur Folge haben eine großartige Verſchwendung der materiellen Mittel, die Gott ſeiner Kirche nicht dazu, ſondern zu möglichſt vortheilhafter Verwen⸗ dung im Bau des Reiches Gottes gegeben hat. Bei enger ſynodaler Ver⸗ bindung der Deutſchen und Engliſchen würde dieſer Nachtheil vermieden und in einen Vortheil verwandelt. „b. Nach Capitel I, § 2 der Conſtitution erkennt unſere Synode es als ihre Pflicht, die in 1 Cor. 12 der Kirche gegebene Weiſung zu befolgen, nach welcher die Gaben ſich erzeigen ſollen zu gemeinem Nutzen. Haben wir nun eine deutſche und eine engliſche Synode, deren jede ihre eigene Lehranſtalt beſitzt, ſo hat dies zur Folge, daß mehr tüchtige Lehrkräfte zur Beſtellung derſelben erforderlich ſind, als für die zu leiſtende Arbeit und für den eigent⸗ lichen Zweck der Kirche nöthig wären. Dieſer Uebelſtand würde bei enger ſynodaler Verbindung nicht entſtehen. Außerdem würden die guten Lehr⸗ kräfte, an welchen die deutſche Synode naturgemäß zur Zeit noch reicher iſt, als die engliſche es ſein würde, auch von den Engliſchredenden benutzt und ausgebeutet werden können. „Man wird hier vielleicht die Frage ſtellen, was denn mit den Anſtalten der bereits beſtehenden engliſchen Synode geſchehen ſolle, und es wäre darauf etwa kurz zu antworten, daß man keine Anſtalt eingehen laſſen ſollte, welche der Kirche noch dienen kann. Doch dürfen wir nicht überſehen, daß unſere Synode über die Anſtalten der engliſchen Schweſterſynode nicht zu beſtimmen hat, und daß wir es hier zu thun haben mit dem Beſten des Reiches Gottes in Be⸗ treff der engliſchwerdenden Gemeinden und Glieder unſerer Synode. „c. Haben wir in unſerer lutheriſchen Kirche neben den deutſchen auch rein engliſche Lehranſtalten, ſo werden wir auch bald junge Prediger be⸗ kommen, die des Deutſchen nicht mächtig ſind, was zweierlei üble Folgen haben wird: Einmal werden dieſe Prediger nicht im Stande ſein, auf Miſ⸗ ſionsplätzen neben engliſchen auch deutſchen Chriſten zu dienen, wie jetzt