# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S71 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zehnten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1902. 71 einer Gemeindeorganiſation mußte dort der langwierigen Krankheit P. Pochs wegen noch einſtweilen abgeſehen werden. Ein Miſſionseigenthum, ſowie eine Schule ſind bereits vorhanden. Am dritten Sonntag nach Trinitatis 1901 fand die Einweihung der mit Unterſtützung der americaniſchen Schul⸗ kinder errichteten Schule ſtatt. Dieſelbe iſt ein kleines freundliches Back⸗ ſteingebäude (20×40 Fuß) und dient zugleich des Sonntags als Predigt⸗ ſaal. Die Schule, welcher Lehrer Vornſand mit Treue und Geſchick vorſteht, wird von 41 Kindern beſucht. Durch die Kinder hoffen wir auch die Alten zu gewinnen. Einer der Schüler gedenkt, nächſtes Jahr mit Einwilligung ſeiner Eltern in das Lehrerſeminar zu Addiſon einzutreten. Das Eigen⸗ thum in South Tottenham iſt bezahlt bis auf eine Schuld von etwa £400.00 ($2000.00), für welche ebenfalls P. Schulzes Gemeinde haftbar iſt. Es ſollte darum dieſe Miſſion ſo bald als nur möglich von unſern Gemeinden mit einer recht reichlichen Collecte bedacht werden. Vielleicht würden ſich auch die lieben Lehrer und Paſtoren nochmals bereit finden laſſen, eine Col⸗ lecte unter den Schulkindern und Confirmanden für die Londoner Miſſions⸗ ſchule zu erheben. „‚Sodann haben wir ſeit Anfang December 1901 noch einen dritten Predigtplatz in London, nämlich in dem im fernſten Oſten dieſer Millionen⸗ ſtadt gelegenen North Woolwich. Dorthin ſind in letzter Zeit viele deutſche Glasmacher eingewandert, die in einer engliſchen Flaſchenfabrik Beſchäf⸗ tigung fanden. P. Schulze nahm ſich der Leute, ſobald er davon erfuhr, an. Er fand unter ihnen an die 50, zum Theil ſehr kinderreiche, evangeliſche und lutheriſche Familien, die aus verſchiedenen Ländern des Continents herübergekommen waren. In Folge dieſes unſteten Wanderlebens, das viele dieſer Leute führen, iſt die Verwahrloſung unter ihnen eine überaus traurige beides im Leiblichen und Geiſtlichen. Es könnte wohl, wenn die Leute dort ihr Brod finden und ſomit bleiben, mit der Zeit unter ihnen eine Gemeinde entſtehen, beſonders wenn ſich einer ihrer und ihrer vielen Kinder an Ort und Stelle annehmen könnte. Aber es iſt ebenſowohl möglich, daß alle dieſe Familien in nächſter Zeit wieder gleich Zugvögeln auf und davon ſind.‘ So weit P. Schulze. „Ihre Commiſſion erlaubt ſich, in Bezug auf das Miſſionswerk in London Folgendes zu empfehlen: „1. P. Schulzes und ſeiner Gemeinde Bitte um Unterſtützung zu ge⸗ währen, zumal ihr eine ſolche von der Synode bereits in Ausſicht geſtellt worden iſt, laſtet doch auf der Londoner Gemeinde — South Tottenham mit eingerechnet — eine Schuld von circa $6000.00. „2. In Bezug auf North Woolwich hält es die Commiſſion um der dort obwaltenden ungewiſſen Zuſtände nicht für gerathen, einen Paſtor oder Lehrer dorthin zu ſtellen. P. Schulze ſollte ſich daher, wie bisher, der Leute annehmen und abwarten, wie ſich die Verhältniſſe in North Woolwich weiter geſtalten.