# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S68 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 68 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder und ſo den Grund zur beantragten Miſſion Seitens unſerer Synode zu legen. Herr P. C. J. Broders wurde hierzu von der Commiſſion berufen. Der⸗ ſelbe erklärte ſich unter Zuſtimmung ſeiner bisherigen Gemeinde bereit, in dieſer Eigenſchaft in Gottes Namen nach Braſilien zu gehen. Ende Februar 1901 trat er ſeine Reiſe an. Und Gott hat Gnade zu ſeiner Reiſe gegeben und ihn in ein Gebiet in Braſilien geführt, wo ſich für die beabſichtigte Miſſion eine weite, offene Thür aufgethan hat. Vier Gemeinden konnten organiſirt werden, die Paſtoren von unſerer Synode begehrten. „Fragt man uns: Warum habt ihr eine Miſſion in Braſilien an⸗ gefangen? ſo antworten wir: Dazu hat uns die Liebespflicht getrieben, kirchlich unverſorgten Leuten die Predigt des Evangeliums anzubieten. Wir können aber auch noch dieſes ſagen: wir ſind dazu gerufen worden. Ein dortiger lutheriſcher Prediger, P. Brutſchin, der ſchon eine lange Reihe von Jahren in Braſilien gearbeitet, unſere Schriften gekannt und geleſen und ſich völlig einig mit uns in der Lehre erklärt und inzwiſchen ſich glied⸗ lich an unſere Synode angeſchloſſen hat, hatte an uns die Aufforderung gerichtet, ihm einen Prediger zuzuſenden, den er in die dortige Arbeit ein⸗ führen und dem er ſein Arbeitsfeld überweiſen könne, da er ſelbſt wegen geſchwächter Geſundheit nach Deutſchland zurückkehren möchte. Das war die Veranlaſſung zu unſerer Miſſion in Braſilien, und zwar zunächſt im Staate Rio Grande do Sul. „Als ſich die Ehrw. Delegatenſynode im Jahre 1899 für die Miſſion in Südamerica erklärte, da bezeichnete ſie Braſilien und Argentinien als die beiden Länder, welche ganz beſonders als Arbeitsfelder ins Auge zu faſſen ſeien. Es hat ſich nun bei näherer Bekanntſchaft mit den Verhältniſſen herausgeſtellt, daß kein anderes Gebiet in den beiden Ländern für die Er⸗ öffnung unſeres Miſſionswerkes geeigneter ſein dürfte als gerade der Staat Rio Grande do Sul in Braſilien. Braſilien überwiegt an Bedeutung für unſere Miſſion bei Weitem die Nachbarrepublik Argentinien. „. . . Unſere Stellung auf dem Geſammtgebiet Rio Grande do Sul iſt nach der Zuſammenſtellung unſeres Miſſionsdirectors, Herrn P. Mahlers, nachdem alle Gemeinden, die berufen haben, beſetzt ſind, folgende: 1. im Nordoſten des Staates, im Gebiet der alten Colonien bei S. Leopoldo: die Gemeinde Eſtanzia Velha; 2. im Süden des Staates, auf S. Laurenzo: 4 Gemeinden; 3. im Weſten des Staates, bei Rincao S. Pedro und Ja⸗ guary: 5 Gemeinden; 4. im Nordweſten, im Einwanderungsgebiete: die Gemeinde Rincao dos Valles; 5. im Herzen des Staates, in Porto Alegre: der Anfang zu einer Gemeinde. — Im Anſchluß hieran ſeien noch folgende Daten aus dem Kaſſenbericht betreffs der Miſſion in Braſilien mitgetheilt: „Geſammteinnahme bis zum 1. Februar 1902 . . . . . . . . . . . . . $9253.54 „Geſammtausgabe „ „ „ „ „ . . . . . . . . . . . . . 5029.68 ___________ „Kaſſenbeſtand am 1. Februar 1902 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . $4223.86 „(Vgl. Kaſſenbericht des Allgemeinen Kaſſirers, S. 121.)