# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zehnten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1902. 63 wieder. Und, ehrwürdige Väter und Brüder, auch heute noch iſt unſere Meinung, daß Hawthorne nicht für immer ein Progymnaſium bleiben ſollte. „Es iſt klar, daß die Lehranſtalten in ihren Kreiſen das Intereſſe für Angelegenheiten des Reiches Chriſti, für die Miſſion ꝛc., erhöhen, daß ſie ferner eine heilſame Fortſetzung der in den Gemeindeſchulen getriebenen chriſtlichen Erziehung ſind. Dieſer ſegensreiche Einfluß wird größer oder kleiner, je nach der größeren oder geringeren Vollſtändigkeit ſolcher An⸗ ſtalten. Es laſſen ſich leichter zukünftige Theologen als Schüler für ſolche Inſtitute werben, die ihnen einen möglichſt einheitlichen, ununterbrochenen Curſus bieten. Diejenigen, die Anfangs nur eine höhere Schulbildung ſuchen, ſich aber im Laufe ihres weiteren Studiums für das kirchliche Amt entſcheiden würden, gehen der Kirche verloren, wenn ſie keine volle Anſtalt in ihrem Kreiſe finden. Es ſollte ferner gewiß unſer Streben ſein, wie wir für die Elementarausbildung unſerer Kinder Gemeindeſchulen unterhalten, ſo diejenigen, welche weiter ſtudiren wollen, in unſere lutheriſchen Hoch⸗ ſchulen zu ziehen. Die religionsloſen High Schools und Colleges ſind gerade im Oſten unſeres Landes ſehr zahlreich und auch leiſtungsfähig. Aber gerade in dieſen Schulen fehlt nicht nur die Zucht und Vermahnung zum HErrn, ſondern hier wird im philologiſchen und geſchichtlichen, beſon⸗ ders aber im naturwiſſenſchaftlichen Unterricht direct den Lehren des Wortes Gottes noch mehr als in den Elementarſchulen widerſprochen. Um hier⸗ gegen ein ſegensreiches, ja, nöthiges Gegengewicht zu haben, ſollten wir einen vollen Gymnaſialcurſus darbieten können. Der Lehrgang bis Quarta bietet einen höchſt ungenügenden Erſatz. „So meinen wir denn, daß der Einfluß unſerer Kirche im Oſten durch die Exiſtenz einer vollen chriſtlichen Lehranſtalt in ihrer Mitte geſtärkt wer⸗ den würde. Wenn alſo auch vielleicht, weil die nöthigen Fonds fehlen, dies nicht jetzt gerade geſchehen kann, ſo bitten wir die ehrwürdigen Dele⸗ gaten, das Obige doch im Auge zu behalten. „Inzwiſchen aber lenken wir Ihre Aufmerkſamkeit auf das Unzuläng⸗ liche der gegenwärtigen Einrichtung ſelbſt als eines Progymnaſiums. Ein ſolches ſoll auf das Gymnaſium vorbereiten. Zu dem Zweck iſt der Gym⸗ naſialcurſus von ſechs Jahren in zwei gleiche Theile von je drei Klaſſen ge⸗ theilt worden. Das iſt unſers Erachtens vom pädagogiſchen Standpunkt aus nicht richtig. Der Curſus ſollte ſo in zwei Abtheilungen zerfallen: in das eigentliche oder Obergymnaſium (Oberprima, Prima, Secunda) und den vorbereitenden Theil (Sexta bis Tertia). Dieſer vorbereitende Lehr⸗ gang von vier Jahren ſollte nicht unterbrochen werden. Mit Tertia erſt iſt die Vorbereitung abgeſchloſſen. Darum ſollte auch eine vorbereitende An⸗ ſtalt dieſe Klaſſe mit einſchließen. Sonſt iſt ſie — auch nur nach ihrem Charakter als dem eines Progymnaſiums — in ſich nicht vollſtändig. „Hingegen eine Schule, die durch Tertia durchführt, könnte denjenigen ſogar etwas einigermaßen Abgeſchloſſenes, Abgerundetes darbieten, die ſich