# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S60 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 60 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder „Im Anſchluß hieran erlaubt ſich die Aufſichtsbehörde, in gebührender Beſcheidenheit noch Folgendes der Ehrw. Synode anheimzugeben: Ob es nicht im Intereſſe der Miſſion des ganzen Weſtens und Südens und ſomit unſerer Synode überhaupt zum Vortheil und Segen gereichen würde, wenn ſie ihre Zuſtimmung dazu gäbe, die Anſtalt von Jahr zu Jahr zu einem Vollgymnaſium zu erweitern. „Von Anfang an war es Wunſch und Ziel des Weſtlichen und des Kanſas⸗Diſtricts — welche ja bekanntlich dieſe Anſtalt ins Leben riefen und an die dreizehn Jahre aus ihren Mitteln unterhielten —, daß dieſelbe mit der Zeit ſo erweitert werde, daß deren Schüler nicht noch in eine zweite Anſtalt eintreten müſſen, ehe ſie nach St. Louis entlaſſen werden können. Es liegt auf der Hand, daß, wenn die Schüler einer Anſtalt einen drei⸗ jährigen Curſus abſolvirt haben, es für ſie eine Unterbrechung iſt, wenn ſie beim Eintritt in die Tertia eines andern Gymnaſiums ſich nicht bloß noch einmal an neue Lehrer, ſondern wohl auch noch an neue Methoden gewöh⸗ nen müſſen, und daß das Studium darunter leidet; daß dasſelbe aber viel vortheilhafter fortgeſetzt würde, wenn ſie auf der erſten Anſtalt nicht nur möglichſt lange, ſondern, wenn möglich, auch bis zu ihrem Abiturienten⸗ examen verbleiben können. Vom pädagogiſchen Standpunkt aus betrachtet, iſt alſo die Erweiterung der Anſtalt ſehr erwünſcht. „Wir müſſen aber auch aus einem noch anderen und wichtigeren Grunde unſere Anſtalt in Concordia bauen, heben, erhalten und erweitern. Wir ſind der Ueberzeugung, daß unſere Anſtalt der Synode unentbehrlich iſt. Die Kirche hat dieſe Anſtalt nöthig, damit auch aus ihrem Territorium, dem großen Weſten und Süden unſers Landes, fromme und lehrtüchtige Knaben für den Dienſt der Kirche zugerüſtet und ſomit dem HErrn Chriſto Krieger geworben, bewaffnet und die göttliche Kriegskunſt gelehrt werden, Chriſti Schlachten zu ſchlagen, und befähigt werden, in unſerer glaubens⸗ armen und dem Weltuntergang raſch zueilenden Zeit das Evangelium des Friedens, das alleinige Mittel zur Seligkeit der Menſchen, den armen ver⸗ lorenen, ſelbſtverſchuldeten Sündern zu bringen. Dazu hat die Kirche dieſe Anſtalt nöthig, und zwar gerade in dem großen Territorium, in welchem ſie ſich befindet, in dem weiten Weſten und dem großen Süden unſerer Synode. Durch dieſe Anſtalt werden unſerer Synode Knaben und Schü⸗ ler, die zu Dienern und Lehrern am Wort herangebildet werden, aus ſolchen Theilen unſers Landes zugeführt, aus denen, wenn die Anſtalt nicht be⸗ ſtände und gefördert würde, verhältnißmäßig wenig Schüler gekommen wären und noch, ſoweit Menſchen ſehen, ſehr wenige kommen würden wegen der großen Entfernung zu den andern Anſtalten der Synode. „Unentbehrlich und nöthig iſt dieſe Anſtalt ferner für die Förderung der Liebesthätigkeit und des Intereſſes an Synodalangelegenheiten im Allge⸗ meinen wie im Beſonderen. Sie iſt eine ſtehende ſichtbare Aufforderung an die Synodalglieder, beſonders auch in ihrem Territorium, zuzunehmen