# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S56 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 56 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder Synode, das Progymnaſium zu Milwaukee zu einem Vollgymna⸗ ſium zu machen, und die Erfahrung hat doch gewiß gelehrt, daß dies kein Fehler, ſondern im Gegentheil ein ſehr weiſer Schritt war. Vergleichen wir aber den Stand der Dinge zu jener Zeit mit den heutigen Verhältniſſen, ſo erkennen wir, daß eine Erweiterung unſerer Anſtalt jetzt ſicherlich ebenſo nöthig iſt wie damals. „Das Statiſtiſche Jahrbuch, das unmittelbar vor jener Synode erſchien, gibt folgende Zahlen an: 1088 Paſtoren, 509,115 Seelen, 74,006 Schulkinder, 992 Schüler auf den höheren Lehranſtalten. Das ſoeben erſchienene Jahrbuch dagegen bringt folgende Zahlen: 1612 Paſtoren, 743,182 Seelen, 94,121 Schulkinder, 1160 Schüler auf den höheren Lehranſtalten. Es iſt demnach das numeriſche Verhältniß unſerer Synode jetzt ſo, daß wir allerdings mehr Voll⸗ gymnaſien nöthig haben. Während damals auf je 544 Paſtoren und rund 255,000 Seelen ein Vollgymnaſium kam, ſo würde jetzt bei drei Vollgymnaſien je eins auf 537 Paſtoren und 247,727 Seelen kommen. „b. Die Zeit des gelehrten Studiums in unſerer Synode iſt eine kürzere als in deutſchen und anderen Schulen, ja, auch als in den Schulen unſerer Schweſterſynoden. In Deutſchland iſt auf den Gymnaſien ein neun⸗ bis zehnjähriger Curſus angeſetzt, in unſerem Lande vier Jahre auf den Mittelſchulen, den High Schools, und vier Jahre auf den Colleges; dann folgt erſt das Fachſtudium. Die Ehrw. Wisconſin⸗Synode, ſowie die norwegiſche Schweſterſynode haben je einen ſiebenjährigen Curſus. Es würde deswegen für die Schüler unſerer Anſtalten gewißlich ein Vortheil ſein, wenn unſere Pro⸗ gymnaſien zu Vollgymnaſien erweitert würden, anſtatt die Ober⸗ klaſſen übermäßig zu füllen. „c. Erkannte unſere Synode aber bisher eine Einrichtung als zum Beſten des Reiches Gottes nothwendig, ſo hat Gott der HErr ihr auch noch je und je Mittel und Wege gezeigt, die Sache auszuführen. Dies wäre aber mit der Erweiterung unſeres Progymnaſiums in St. Paul um ſo mehr erleichtert, weil noch ein gut Theil Raum in unſeren Gebäuden vorhanden iſt, vorläufig alſo kein Neubau, ſon⸗ dern nur die Einrichtung des vorhandenen Raumes nöthig wäre. Dieſe genannten Gründe ſollten nach unſerer Ueberzeugung die Ehrw. Allgemeine Synode bewegen, unſere Anſtalt in St. Paul zu einem Vollgymnaſium zu erweitern. Nach gemachten Berech⸗ nungen und Voranſchlägen würde eine Summe von $5000.00 ge⸗ nügen, in dem vorhandenen Raum Wohnzimmer, Schlafſäle und Lehrzimmer für 120 Schüler zweckentſprechend herzurichten, und um die Bewilligung dieſer Summe bitten wir daher ergebenſt die Ehrw. Synode.