# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder wohl befähigt iſt, die Kinder in Bezug auf die weltlichen Kenntniſſe gerade ſo weit zu fördern, wie dies in den ſie umgebenden öffentlichen Schulen geſchieht. „Eine weitere Frage erhebt ſich: Kann unſer Lehrerſeminar, mit den jetzt vorhandenen Lehrkräften, das Ziel erreichen, welches doch erreicht wer⸗ den ſoll? Sind die vorhandenen Lehrmittel genügend? Iſt der jetzige Lehrcurſus ausreichend? Da wir nun zu der Erkenntniß gelangt ſind, daß dem nicht ſo iſt, und da uns das Wohl unſerer Gemeindeſchule am Herzen liegt — denn von ihr hängt hauptſächlich mit das Gedeihen unſerer Ge⸗ meinden, ja, die Zukunft unſerer Synode ab —, ſo erlaubt ſich unterzeich⸗ nete Conferenz, zur Hebung unſeres Seminars einer Ehrw. Synode folgende Punkte zur Beſprechung vorzulegen: „1. Es iſt von der höchſten Nothwendigkeit, daß noch zwei weitere Lehr⸗ kräfte an die Anſtalt in Addiſon berufen werden, und zwar ſollten dieſelben praktiſche, erfahrene Lehrer ſein, die mit unſeren Schulverhältniſſen genau vertraut ſind. „Unſere Profeſſoren ſollten erſtens noch mehr Hülfe haben wegen der Uebungsſchule; zweitens aber ſollte unſeren Profeſſoren die Möglichkeit verſchafft werden, das zu thun, was doch hätte längſt geſchehen ſollen: „a. unſere eigenen Schulen zu beſuchen und in ſolcher Weiſe zu er⸗ fahren, welche Anforderungen in den verſchiedenen Schulen in den verſchiedenen Theilen unſeres Landes geſtellt werden, und wie überhaupt unſer ganzes lutheriſches Schulweſen ſich geſtaltet; dann aber auch „b. was ebenſo wichtig iſt: andere Lehranſtalten, wie Normal⸗ ſchulen, Training Schools, Colleges, Freiſchulen, zu beſuchen, um auf dieſe Weiſe auch mit deren Methoden, Lehrmitteln, Lehr⸗ plänen bekannt zu werden, das Gute davon aufzunehmen und nutzbringend auf unſere Anſtalt zu übertragen. „Aus den angegebenen Gründen iſt es die Pflicht unſeres Seminars, ſtets über den Zuſtand unſerer Schulen im Allgemeinen, wie auch über den des öffentlichen Schulweſens gut unterrichtet zu ſein, um die richtigen Bah⸗ nen einſchlagen zu können. „2. Betreffs des Lehrcurſus erachten wir es für nothwendig, daß vor allem die Minimalanforderungen beim Eintritt in das Seminar von der Synode erhöht werden. Ferner ſollte der Lehrcurſus auf ſechs Jahre er⸗ höht werden. Man könnte dann in den Realien das Penſum höher ſtellen und könnte ungefähr das Ziel erreichen, welches in unſeren Durchſchnitts⸗ normalſchulen erreicht wird. Auch ſollte die lateiniſche Sprache in den Lehrplan aufgenommen werden, nicht in dem Maße wie in unſeren Gym⸗ naſien, aber doch ſo viel, daß die Schüler einen guten Begriff von Syntax und Etymologie inne haben. Gerade vermittelſt der lateiniſchen Sprache wird der Unterricht in der deutſchen und engliſchen Grammatik um ſo beſſer