# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zehnten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1902. 45 weggeworfenes Geld wäre. Auch die neue Orgel in der neuen Aula iſt in einem ſolchen Zuſtande, daß ſie für Uebungszwecke nicht zu gebrauchen iſt. Um für dieſe Orgeln zwei neue zweckentſprechende Orgeln bei Benutzung deſſen, was ſich von der neuen Orgel noch brauchen läßt, herzuſtellen, ſind nach der Berechnung eines bewährten Orgelbauers etwa $3000.00 nöthig. Da unſer Seminar ohne gute Orgeln ſeinen Zweck nicht erreichen kann, hoffen wir zuverſichtlich auf Bewilligung dieſer Summe. „Schließlich müſſen wir der Ehrw. Synode noch mittheilen, daß es Gott gefallen hat, ein treues, eifriges und begabtes Glied der Aufſichts⸗ behörde durch einen ſeligen Tod aus der ſtreitenden in die triumphirende Kirche zu verſetzen. Es iſt das Herr P. Aug. Reinke, der am 18. Novem⸗ ber 1899 ſtarb. Die Behörde ſuchte die ſo entſtandene Lücke durch die Wahl von P. H. Engelbrecht sen. auszufüllen. „Nun, der HErr, unſer Gott, fördere ferner auch hier das Werk unſerer Hände bei uns, ja, das Werk unſerer Hände wolle er fördern. Amen.“ (Bericht der Aufſichtsbehörde zu Addiſon, Ill.) „Es unterliegt keinem Zweifel, daß in den letzten zwanzig Jahren auf dem Gebiete der Pädagogik gerade in unſerem Lande große Fortſchritte ge⸗ macht worden ſind. Unſere allgemeine Regierung, ſowie die ſtaatliche, und nicht minder die locale, läßt keine Mittel und Wege unverſucht, um unſere öffentlichen Schulen zu heben, um die Ausbildung der Jugend nach ihrer Anſicht ſo vollkommen wie möglich zu machen. Wohl unterliegt es keinem Zweifel, daß bei dieſen Beſtrebungen oft verkehrte Bahnen einge⸗ ſchlagen werden und man in Folge deſſen weit am Ziele vorbeiſchießt; aber nichtsdeſtoweniger bleibt es wahr, daß die Anforderungen in der Schule bedeutend höher geſchraubt worden ſind, daß die Lehrer an dieſen Schulen einen Bildungsgrad beſitzen müſſen, der ſie befähigt, auch ihre Stellung auszufüllen. Dieſe großen Veränderungen in unſerem öffentlichen Schul⸗ weſen haben aber auch ihre Wirkungen auf unſere Gemeindeſchulen nicht verfehlt. Unſere Gemeindeſchule heutigen Tages ſtellt ganz andere Anfor⸗ derungen nicht nur in Bezug auf den Grad der Ausbildung der Kinder in den Gegenſtänden, die ſie zum bürgerlichen Leben bedürfen, ſondern auch in Bezug auf die Ausbildung des Lehrers. Es erhebt ſich nun die Frage: Erlangen unſere jungen Leute, die ſich dem Lehramte widmen, in unſerem Seminar eine ſolche Ausbildung, welche ſie befähigt, den Unterricht in unſeren Schulen zum Vortheil zu leiten, und werden ſie ſo weit mit Kennt⸗ niſſen ausgeſtattet, daß ſie nicht ſcheu zurücktreten müſſen, wenn ſie mit Leuten von guter Bildung zuſammentreffen? Es iſt eine abſolute Noth⸗ wendigkeit, daß der Lehrer auch eine gute Ausbildung in den weltlichen Kenntniſſen beſitzen muß. Je mehr ihm dies zu Theil wird, deſto freier und feſter kann er in ſeiner Schule auftreten. Er iſt im Stande, der Ge⸗ meinde zu beweiſen, daß er — neben der chriſtlichen Erziehung — auch ſehr