# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S40 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 40 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder eine große Zahl, für die wir Gott nicht genug danken können, obgleich wir Angeſichts der Noth der Kirche es beklagen müſſen, daß die Frequenz keine ſtärkere war. — Außerdem daß Gott die Anſtalt vor Feuer und anderen Gefahren gnädig bewahrt hat, war auch der Geſundheitszuſtand bei Lehrern und Schülern ein recht günſtiger, doch ſind unter letzteren zwei Todesfälle zu beklagen, von welchen einer beſonders trauriger Art war. Es iſt näm⸗ lich ein Student am 16. Mai dieſes Jahres von einem Straßenbahnwagen überfahren worden und bald darauf ſeinen Verletzungen erlegen. „Eine ſchwere Heimſuchung hat nach Gottes unerforſchlichem Rath unſer Seminar erfahren, als vor zwei Jahren gegen Ende des Studienjahres Herr Prof. Stöckhardt erkrankte und ſeine Vorleſungen einſtellen mußte. Es zeigte ſich auch bald, daß ſeine Krankheit keine vorübergehende ſein würde; ja, die Aerzte erklärten ſogar, es ſei wenig Hoffnung auf Geneſung. Mit gewohnter Selbſtverleugnung theilten ſich nun die andern Herren Pro⸗ feſſoren in die Arbeit des erkrankten Collegen. Ein Jahr bangen Wartens und viel Betens folgte nun für unſere Anſtalt. Doch ſiehe, als das Schul⸗ jahr wieder zu Ende ging, war die Zeit der Prüfung für den theuren Profeſſor und damit auch für das Seminar vorüber. Gott hatte den Ge⸗ neſenden wunderbar geſtärkt, ſo daß er bald ſeine frühere Kraft und Ge⸗ ſundheit wieder gewann, und das ganze eben verfloſſene Schuljahr hat ihn wieder in voller rüſtiger Arbeit geſehen. Gewiß, Gottes Barmherzigkeit iſt über unſerer Anſtalt alle Morgen neu, und ſeine Treue gegen uns iſt groß geweſen. „Am 24. Februar dieſes Jahres theilte der Präſes der Anſtalt, Herr Prof. Pieper, der Aufſichtsbehörde mit, die Facultät habe es für zweck⸗ mäßig erkannt, daß Herr Prof. Gräbner unſere Brüder in Auſtralien und Deutſchland beſuche, und daß er dazu durch das Allgemeine Präſidium dele⸗ girt werde, falls die Behörde ſeine Abweſenheit vom Seminar für den ent⸗ ſprechenden Zeitraum genehmigen wollte. Nach eingehender Darlegung der Umſtände erkannten wir die hohe Wichtigkeit dieſer Miſſion und gaben unſere Zuſtimmung um ſo bereitwilliger, als verſichert werden konnte, das an Herrn Prof. Gräbners Penſum noch Fehlende würde durch die andern Herren Profeſſoren zu Ende geführt werden. „In Erwägung deſſen, daß nach Abzug der Zeit, welche von der jetzt tagenden Delegatenſynode in Anſpruch genommen wird, bis zur üblichen Schlußzeit nur noch ſechs Vorleſungstage bleiben würden, erkannte die Be⸗ hörde es für zweckmäßiger, anſtatt um der ſechs Tage willen den Haushalt faſt einen ganzen Monat fortzuführen, in dieſem Jahre ausnahmsweiſe mit dem 31. Mai den Schluß des Schuljahrs eintreten zu laſſen. In Voraus⸗ ſicht dieſer Eventualität ſind die letzten Oſterferien um acht Tage verkürzt worden. „Betreffs der Gebäulichkeiten der Anſtalt freuen wir uns, berichten zu können, daß die von der letzten Synode bewilligte Einrichtung einer neuen