# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder allein JEſum Chriſtum, den Gekreuzigten.“ Das Seligwerden durch Chri⸗ ſtum den Gekreuzigten nennt der Apoſtel „die heimliche, verborgene Weis⸗ heit Gottes“, die auch die Oberſten in dieſer Welt nicht erkannt haben, die aber Gott durch den Heiligen Geiſt im Evangelium von Chriſto geoffen⸗ bart hat. Und wer dieſe Weisheit, wer dieſes Evangelium von Chriſto glaubt, der iſt geiſtlich weiſe, geiſtlich verſtändig. Hier an dieſem Punkte iſt die Scheidelinie zwiſchen Weisheit und Thorheit unter den Menſchen. Wer erkannt hat, daß der Menſch ohne eigene Werke, durch den Glauben an Chriſtum ſelig wird, der iſt geiſtlich weiſe. Wer noch meint, das Weſen der chriſtlichen Religion beſtehe in des Menſchen eigener Sittlichkeit, der iſt noch geiſtlicher Weiſe unklug, nicht bloß etwas, ſondern völlig blind, wenn er ſonſt auch alles Wiſſen, das es in der Welt gibt, in ſich vereinigte. Chriſtus, der Sünderheiland, der die Welt mit Gott verſöhnt hat, iſt eben das einzige geiſtliche Licht für die Menſchen. Wer dieſes Licht nicht in ſich aufgenommen hat, das heißt, wer nicht auf Chriſti Thun und Leiden vor Gott vertraut, ſon⸗ dern noch ſeine eigene Gerechtigkeit vor Gott aufzurichten trachtet, der wohnt noch in dichter Finſterniß. Der verſteht nichts vom Alten Teſtament, denn der Inhalt des Alten Teſtaments iſt Chriſtus, der Sünderheiland, wie Petrus Apoſt. 10, 43. bezeugt: „Von dieſem“ (nämlich Chriſto) „zeugen alle Propheten, daß durch ſeinen Namen alle, die an ihn glauben, Ver⸗ gebung der Sünden empfahen ſollen.“ Der verſteht nichts vom Neuen Teſtament, denn der Inhalt des Neuen Teſtaments iſt auch Chriſtus, der Sünderheiland, wie St. Paulus von ſeiner neuteſtamentlichen Predigt be⸗ zeugt: „Ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohn allein JEſum Chriſtum, den Gekreuzigten“, 1 Cor. 2, 2. Dem iſt die ganze heilige Schrift ein gänzlich unverſtandenes, mit ſieben Siegeln ver⸗ ſchloſſenes Buch, und wenn er auch die ganze Schrift Wort für Wort aus⸗ wendig wüßte. Der verſteht trotz alles Redens von Chriſto, von chriſtlicher Sittlichkeit, von Liebe zu Gott und dem Nächſten ꝛc. vom Chriſtenthum nicht das Mindeſte. Er meint noch, daß ein ganzes Dutzend Wege in den Himmel führen, und er kann je nach Umſtänden und nach einander Türke, Jude, Buddhiſt, Papiſt, Unitarier, Logenglied oder irgend etwas anderes werden. Ein Sprüchwort ſagt: „In der Nacht ſind alle Katzen grau.“ In der Nacht, in finſterer, ſtockfinſterer Nacht aber befinden ſich und wandeln in geiſtlicher Beziehung noch alle, welche meinen, daß man durch die eigene Sittlichkeit in den Himmel kommen könne und müſſe. Sie halten daher auch alle Religionen für weſentlich gleich. Sobald aber jemand das Licht des Evangeliums von Chriſto, dem Sünderheiland, aufgegangen iſt, da hört die Zeit des Irrens in geiſtlichen Dingen auf. Nun weiß er: nicht ein Dutzend Wege führen in den Himmel, ſondern nur ein einziger Weg: das Vertrauen auf JEſum Chriſtum den Gekreuzigten. Klar und ſicher erkennt und verwirft er alle Religionen als falſch, die Menſchenthun zum Grunde der Gnade Gottes