# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zehnten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1902. 21 als einen Mann bezeichnete, der viel reiſt und wenig predigt, nämlich an den einzelnen Orten. Unſer Streben muß darauf gerichtet ſein, die Paſtoren möglichſt bald ſeßhaft zu machen. Die Selen erhalten nicht eher die ihnen von Chriſto zugedachte Gebühr, bis an ihnen auch Privatſeelſorge geübt und namentlich auch die Jugend in Gottes Wort unterrichtet werden kann. — Die Innere Miſſion in Braſilien, deren Inangriffnahme die letzte Delegatenſynode beſchloß, hat einen ganz unerwarteten Umfang angenommen. Es ſind dort 6 Arbeiter thätig, und 7 weitere, 6 Candidaten und 1 Paſtor, ſind berufen worden. Die Geldmittel für die braſilianiſche Arbeit waren bisher ausrei⸗ chend vorhanden. Hoffentlich werden ſie auch für die nun noch weiter aus⸗ gedehnte Arbeit nicht fehlen. Das Nähere über Braſilien wird die Allge⸗ meine Commiſſion für Innere Miſſion berichten. Ebenſo verweiſe ich betreffs unſerer Miſſionsarbeit unter den Letten und Eſthen, den Juden, den Negern, den Indianern, den Taubſtummen, den Emigranten, ſowie betreffs der Arbeit unſerer Commiſſion für engliſche Miſſion auf die Berichte, welche die betreffenden Commiſſionen der Delegatenſynode zu er⸗ ſtatten haben. — In unſerer Heidenmiſſion in Indien hat Gott uns nach längerem Warten die erſten Früchte einernten laſſen, wie der „Lutheraner“ eingehend berichtet hat. Ein Nachſchub an Arbeitern war dringend nöthig, wie der Bericht der Commiſſion darthun wird. Unſere Lehranſtalten. Ich habe in den letzten zwei Jahren unſere ſämmtlichen Lehranſtalten — 9 an der Zahl — beſucht und mich über den Stand derſelben genau zu infor⸗ miren getrachtet. Zur Vollkommenheit haben wir es noch nicht gebracht. Es iſt noch Raum für Verbeſſerungen da. Erſtlich hinſichtlich der Art und Weiſe und des Umfanges des Unterrichts. Doch ſollte die Synode die diesbezüg⸗ lichen Eingaben genau prüfen und immer ſorgfältig erwägen, ob die ge⸗ machten Vorſchläge überhaupt annehmbar oder doch zur Zeit durchführbar ſind. Neben dem Unterricht iſt die Pflege des chriſtlichen Geiſtes in unſeren ſynodalen Lehranſtalten die große Hauptſache, auf die unſer Gebet und unſere Arbeit unabläſſig gerichtet ſein muß. So wichtig für die einzelne Gemeinde die Gemeindeſchule iſt, das heißt, die Schule, in welcher nicht äußere Moral und der Stock, ſondern Gottes Wort regiert, ſo wichtig ſind für die ganze Synode ſynodale Lehranſtalten, in denen kein anderer als der HErr Chriſtus durch ſein Wort das Regiment führt. Um ſolche Anſtalten zu haben, unterhalten wir als Synode Lehranſtalten. Dieſen Zweck unſerer Lehranſtalten müſſen die Lehrer und die ganze Synode nie aus den Augen verlieren. Indem ich hinſichtlich unſerer Lehranſtalten noch auf Einzelnes kurz ein⸗ gehe, richte ich die Aufmerkſamkeit der Synode auf die Thatſache, daß die Schülerzahl unſerer höheren Lehranſtalten mit dem Wachsthum der