# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der 25ſten Allgemeinen oder ſchaftliche Treiben der in der heiligen Schrift geoffenbarten heilſamen Lehre wird uns durch Gottes Gnade in der rechten chriſtlichen Einigkeit erhalten und die auftauchenden Schäden — auch ſolche habe ich bei den Diſtrictsverſamm⸗ lungen bemerkt — immerfort niederhalten und beſeitigen. Zum rechten Treiben der Lehre auf Synodalverſammlungen gehört, daß wir uns — nach dem Vorbild unſerer Väter — ſtets der Einfalt und Klarheit befleißigen und alle gelehrten Künſte ſorgfältig meiden. Gelehrte Künſte gehören weder auf die Kanzel noch in die Lehrverhandlungen auf Synoden. Ueben wir uns vielmehr unausgeſetzt in der freilich ſchweren geiſtlichen Kunſt, ſo vor dem chriſtlichen Volke die Lehre zu handeln, daß — mit Luther zu reden — Hans und Grete uns verſtehen. Unſere Miſſionsarbeit. Die Synode hat es vor drei Jahren dem Allgemeinen Präſes noch ſonderlich zur Pflicht gemacht, ſich bei den Diſtrictsverſammlungen mit der Arbeit auf dem Felde der Inneren Miſſion vertraut zu machen. Ich habe mich bemüht, dieſem Auftrage nachzukommen. Es war mir um ſo wichtiger, aus den Be⸗ richten der Miſſionscommiſſionen und den mündlichen Berichten der Miſſio⸗ nare die Art der Arbeit und ihre eigenthümlichen Schwierigkeiten näher kennen zu lernen, als der größte Theil unſerer Candidaten zunächſt in dieſe Arbeit einzutreten hat. Gerade auch unſere ſogenannten Reiſeprediger müſſen in der rechten Lehre wohlgegründete Männer ſein, da ſie an den meiſten Plätzen mit Logen, Römiſchen, Secten und falſchen Lutheranern zu kämpfen haben. Die Zahl der Paſtoren, welche Reiſeprediger dienſte thun, beträgt gegenwärtig etwa 324, welche im letzten Jahre 778 Plätze bedienten. Aufgebracht wurden im letzten Jahre (1901) für Innere Miſſion — Braſilien nicht eingerechnet — $85,108.42. Zum erſtenmal ſeit vielen, vielen Jahren konnte die Allgemeine Commiſſion für Innere Miſſion zu Anfang dieſes Jahres die ganze Summe aus⸗ zahlen, welche von den Diſtricten, die die Koſten ihrer Inneren Miſſion nicht ſelbſt beſtreiten können, begehrt wurde. Möchte dieſe Sachlage dauernd werden! Als eine Störung in der Arbeit der Inneren Miſſion wurde bei mehreren Diſtrictsſynoden und von einigen Diſtrictspräſides der Umſtand bezeichnet, daß nicht ſelten Reiſeprediger nach ganz kurzer Zeit aus ihrer Miſ⸗ ſionsarbeit an ältere Gemeinden berufen wurden. Dieſem Uebelſtande können wir nur ſo wehren, daß die Gewiſſen in Bezug auf Berufsſachen fort und fort aus Gottes Wort geſchärft werden. Berufende Gemeinden, ſowie die Paſtoren und deren Verwandte und Freunde müſſen ſich ſtets gegenwärtig halten, daß Berufsſachen Gottes Sachen ſind und alles ſelbſtſüchtige Handeln in Berufs⸗ ſachen ein Eingriff in Chriſti Regiment iſt. Sodann dürfen wir bei dem Capitel von der Inneren Miſſion nicht vergeſſen, daß die Reiſepredigt nur ein Proviſorium iſt und ſein ſoll. Wenn ich nicht irre, war es der ſelige Wyneken, welcher einen Reiſeprediger