# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1857_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 63 vereinigt. Kein Wunder, denn bei solcher orthodoxer Consequenz läßt sich am ungehindertsten der summus finis der „Pabst-Kirche,“ der Leute Gold, fischen. Theologische Seminarien der römischen Kirche für die Erziehung zum Priester⸗ stande sind in den Verein. Staaten 33 mit ohngefähr 514 Seminaristen. So berichtet die Kath. Kirchenzeitung vom 15. Januar d. J. Methodistische Bescheidenheit. So heißt es im methodistischen „Apologeten“ vom 15. Jan. d. J.: „Der Apologete nimmt jetzt den ersten Rang aller deutschen religiösen Blätter dieses Landes ein, sowohl an reichhaltigem Inhalt und äußerer Ausstattung, als auch an Zahl der Unterschreiber.“ Amerikanisch-Lutherisch. Im „Luth. Observer“ vom 16. Jan. d. J. er⸗ klärt ein vormals nomineller luth. Prediger, daß er kein Bedenken getragen habe, der Pre⸗ diger einer Gemeinde zu werden, die einer anderen Confession angehöre, denn 1. Christus habe nicht die lutherische Kirche, sondern die Welt für das Feld der Wirksamkeit seiner Die⸗ ner erklärt. 2. Er habe sich auch nie dazu verbindlich gemacht, ein lutherisches Evangelium aber das Evangelium Christi nur lutherischen Hörern oder der lutherischen Kirche zu predi⸗ gen. 3. Er sei dazu bewogen worden durch Erkenntniß seiner Pflicht, es zu thun und da⸗ durch Fingerzeige der göttlichen Vorsehung. 4. Er halte die verschiedenen protestantischen Kirchen für Zweige Einer Familie. 5. In seiner gegenwärtigen Stelle finde er ein besseres Auskommen. — Da haben wir einen Amerikanisch-Lutherischen, wie er leibt und lebt! Das neue „Missionary Institute“, dessen Errichtung, wie wir früher berichtet haben, Dr. Kurtz beantragt hat, sieht der Herausgeber des „Olive Branch“, Dr. Harkey, für eine Oppositionsanstalt zu Ungunsten von Gettysburg an. Hat der Mann recht — und ihm, als einem in Gettysburg Gebildeten, dürfte Kenntniß der Sachlage zuzu⸗ trauen sein —, dann wäre wohl wieder ein Streich echten „amerikanischen“ Lutherthums zu muthmaßen, das, da es den Untergang seines Schiffes ahnt, sich in Zeiten nach einem andern umsieht. Methodismus. Im „Apologeten“ vom 22. Jan. d. J. lesen wir folgende Klage: „Unsre Leute wollen keine s. g. gelehrten Prediger; sie sind noch nicht willig ihr Geld dafür zu geben, daß unsere jungen Männer lateinisch, griechisch und hebräisch lernen, aber sehen die Nothwendigkeit ein, daß unsere jungen Leute richtig und fertig Deutsch lernen und unsere Lehrer richtig Deutsch und Englisch.“ Es ist höchst erfreulich, daß jetzt in der methodistischen Gemeinschaft Stimmen laut werden, die über solche unter ihnen noch herrschende Gesinnung Klage erheben. II. Ausland. Die lutherischen Gemeinen auf den dänisch-westindischen Besi⸗ tzungen. Auf der Insel St. Croix sind vier lutherische Gemeinen: eine Dänische und eine Englische in der Stadt Christianstad, und eine Dänische und eine Englische in der Stadt Frederickstad; jede Stadt hat einen Prediger, welcher in beiden Sprachen predigt. Auf der Insel St. Thomas sind auch zwei Gemeinen, eine Dänische und eine Englische mit einem Prediger für beide. Dieser ist zugleich Prediger der englischen Gemeine auf St. John, wo er einmal des Monats predigt. Während seiner Abwesenheit besuchen manche Glieder der St. Thomas-Gemeinen die Herrnhuter, die Reformirte und die Episcopalkirche. Auf den drei genannten Inseln sind also 7 lutherische Gemeinden, und diese sollten 3 Prediger haben; sie haben aber gegenwärtig (Nov. 1856) nur einen: den Pastor Brandt, welcher in Chri⸗ stianstad stationirt ist, von wo aus er auch die übrigen Stationen, so gut es geht, versorgt; sonst helfen die Herrnhuter aus. Die Glieder der englischen Gemeinen in St. Croix und St. Thomas sind ohne Ausnahme Farbige; es giebt unter ihnen viel fromme Christen, aber sie sind meist arm. Die dänischen Gemeinen bestehen aus Weißen und Farbigen; desgleichen die englische Gemeine auf St. Johns. Die Prediger werden von der dänischen Regierung angestellt. Für St. Thomas wird ein Prediger erwartet. Die Zahl der Lutheraner beläuft sich nach dem Census von 1850 in St. Croix aus einer Gesammt⸗Bevölkerung von 23,720