# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S93 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 93 Dieſe Confirmation fand im letzten Jahre in Milwaukee und Chicago ſtatt. Sehr erfreulich iſt es, zu hören, wie regelmäßig dieſe bis dahin vernach⸗ läſſigten armen Taubſtummen zum Gottesdienſt und zum Unterricht kom⸗ men, um den Weg zur Seligkeit kennen zu lernen. Trotz ſehr weiter Ent⸗ fernung, trotz ungünſtiger Witterung, kommen ſie doch zur Abendſtunde, um für die Confirmation vorbereitet zu werden. Auch die, welche früher in der Lautſprache unterrichtet und confirmirt ſind, nehmen oft noch regen Antheil an dem Unterricht. Die Taubſtummen, welche Gottes Wort lieb gewonnen haben, finden ſich immer ſehr regelmäßig zum Gottesdienſt ein. Man ſieht ſehr oft, daß ſie mit großer Freude die Predigt in der ihnen ver⸗ ſtändlichen Zeichenſprache aufnehmen. Ihr regelmäßiger Kirchenbeſuch und ihre Aufmerkſamkeit im Gottesdienſt beſchämt manche hörende Gemeinde. Wo immer unſere Miſſionare einen Gottesdienſt für die Taubſtummen in einer Stadt bekannt machen laſſen, findet ſich immer eine größere oder kleinere Anzahl von Taubſtummen, je nach der taubſtummen Bevölkerung daſelbſt, zum Gottesdienſt ein. Mit Freuden werden ſie ſtets begrüßt und werden gebeten, doch ja, und zwar bald, wiederzukommen. Da aber unſere lieben Miſſionare ihre Zeit und Kräfte nicht ſo ſehr zerſplittern dürfen, auch die Reiſekoſten für die Miſſionskaſſe niedrig gehalten werden müſſen, ſo haben ſie nur etliche Plätze außerhalb ihres eigentlichen Wirkungskreiſes aufſuchen und bedienen können. Da Katechismusunterricht regelmäßig ertheilt wer⸗ den muß, hat der Miſſionar ſtets ſich zu beeilen, bald wieder an Ort und Stelle zu ſein. Die Commiſſion der Taubſtummenmiſſion hat die feſte Ueberzeugung, und die lieben Miſſionare theilen dieſelbe mit ihr, daß nur durch gründlichen Katechismusunterricht eine Miſſion, auch die Taub⸗ ſtummenmiſſion, kann recht gepflegt werden. Deshalb wird dieſer Arbeit beſondere Aufmerkſamkeit geſchenkt. Es hält immer erſt etwas ſchwer, daß man einen taubſtummen Menſchen, der keine lutheriſchen Eltern hat, dazu bewegt, daß er ſich für die Confirmation vorbereiten läßt. Man muß in Geduld abwarten, daß er durch regelmäßigen Beſuch der Gottesdienſte nach und nach ein Verlangen gewinnt, recht gründlich auch im Katechismus unter⸗ richtet zu werden. „Von den meiſten Miſſionsplätzen kann berichtet werden, daß die Zahl der taubſtummen Beſucher im Gottesdienſt immer zugenommen hat, was für unſere Miſſionare dann immer bei ihrer ſchwierigen und vielfach ver⸗ kannten oder nicht erkannten Arbeit, eine beſondere Aufmunterung iſt. Und wenn man in einer Großſtadt wie Chicago, in einem Gottesdienſt unter den Taubſtummen Deutſche, Engliſche, Norweger, Schweden, Böhmen, Polen, Franzoſen, Proteſtanten, Katholiken und Juden ſieht, dann erkennt man bald, welch ein großes Miſſionsnetz unſere Miſſionare in aller Stille ziehen. „Blicken wir nun ein wenig auf die einzelnen Miſſionsgebiete in die⸗ ſem Werke, ſo ſehen wir den ſüdlichſten Miſſionspoſten in Louisville, Ky. Dort arbeitete bisher mit regem Eifer Paſtor H. A. Bentrup. Von Louis⸗