# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S92 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 92 Verhandlungen der 24ſten Allgemeinen oder Beſchloſſen, daß die Wittwe des ſel. Miſſionar Landsmann in Zukunft eine Unterſtützung von $240.00 jährlich erhalte, und daß der Be⸗ trag genannter Summe aus der Allgemeinen Unterſtützungskaſſe dargereicht werde. Beſchloſſen, daß die Delegaten der verſammelten Synode ermuntert werden, die Sache der Judenmiſſion in ihren Gemeinden beſonders zu er⸗ wähnen und auf reichlichere Bedenkung der Kaſſe dieſer Miſſion hinzuwirken. Beſchloſſen, daß die Commiſſion für Judenmiſſion gehalten ſei, ihrem Berichte an die Allgemeine Synode einen Kaſſenbericht mit Be⸗ legen beizufügen. Taubſtummenmiſſion. „Laut Beſchluſſes der Ehrw. Delegatenſynode, verſammelt in Fort Wayne, Ind., im Jahre 1896, hat die Commiſſion für Taubſtummen⸗ miſſion im Jahre 1896 zwei junge Predigtamtscandidaten in die Taub⸗ ſtummenmiſſion berufen, nämlich Herrn Candidat H. A. Bentrup nach Louis⸗ ville, Ky., und Herrn Candidat Traug. Wangerin nach Milwaukee, Wis. Im Jahre 1897 berief die erſte ev.⸗luth. taubſtumme Gemeinde ‚unſers Erlöſers‘ in Chicago, welche bis dahin von Paſtor A. Reinke sen. bedient worden war, den Candidaten Arthur L. Reinke. Dieſe drei Miſſionare haben nun unter den Taubſtummen dieſes Landes mit großem Eifer und Segen gearbeitet. Die Zeichenſprache, in welcher ſie das Evangelium pre⸗ digen, haben ſie in kurzer Zeit ſich angeeignet und bald ein Verſtändniß ge⸗ wonnen, wie die am beſten zu unterrichten ſind, die ein verſchloſſenes Ohr und eine gebundene Zunge haben. Sie haben neben ihren regelmäßigen Predigten am Sonntage in der Woche den Taubſtummen im Katechismus und bibliſcher Geſchichte Unterricht ertheilt. Den in der Zeichenſprache nicht geſchulten Taubſtummen müſſen ſie die Kenntniß der Zeichen bei⸗ bringen. Ihre Arbeit unter den Taubſtummen iſt daher mit vielen Hinder⸗ niſſen und mancherlei Schwierigkeiten verbunden. Der Unterricht unter taubſtummen Menſchen kann ja unmöglich ſo raſch voranſchreiten als bei vollſinnigen Perſonen. Dazu kommt, daß die Schulbildung bei den meiſten Taubſtummen mangelhaft, ja, oft ſehr dürftig iſt. Es müſſen daher unſere Miſſionare oft verſchiedene Unterrichtsklaſſen haben, ähnlich wie unſere Lehrer in gemiſchten Schulen. Dieſe Klaſſen entſtehen auch, weil in größe⸗ ren Städten die Taubſtummen ſehr zerſtreut wohnen. Die Miſſionare auf dieſem ſtillen Miſſionsfelde haben daher oft vom frühen Morgen bis zehn Uhr Abends im Unterricht thätig zu ſein. Zwei Miſſionare haben ſchon je einmal eine öffentliche Prüfung und Confirmation in der Zeichenſprache abgehalten. Es haben beide Prüfungen dargethan, daß die Miſſionare mit aller Treue im lutheriſchen Katechismus unterrichtet und die Wahr⸗ heiten desſelben zum Verſtändniß der armen Taubſtummen gebracht hatten.