# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S90 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 90 Verhandlungen der 24ſten Allgemeinen oder am Sonnabend nicht arbeiten und in ihrer Synagoge entweder gar nicht oder nur ſelten gepredigt wird, ſo bietet dies eine recht günſtige Gelegen⸗ heit, ſie zum Beſuch eines Judenmiſſionslocals, wo Predigten für Juden in ihrer eigenen Sprache gehalten werden, bewegen zu können, und es iſt ſchon ſelbſt dadurch manche Seele aus Iſrael aus der Finſterniß des Tal⸗ mud zu dem Lichte des Evangeliums gebracht worden. „Das hat nun auch die von der Ehrw. Synode ernannte Commiſſion für Judenmiſſion erkannt und ein Judenmiſſionslocal gemiethet. In An⸗ betracht der hohen Miethe hier in New York und der ſpärlichen Einnahme der Judenmiſſion konnte man nur ein kleines, unanſehnliches, eine krumme Stiege hochliegendes Local in einem ſogenannten Miethshaus miethen, während drei große, mit vielem Pomp ausgeſtattete Judenmiſſionshallen der Secten und Schwärmer im Judenviertel, und zwar in der unmittel⸗ baren Nähe unſerer Miſſion vorhanden ſind. Dennoch iſt es Ihrem Judenmiſſionar durch Gottes gnädige Hülfe gelungen, viele Iſraeliten unter den Schall des reinen Evangeliums in unſer äußerlich unanſehn⸗ liches Local zu bringen, ſo daß dasſelbe im Verlauf eines Jahres zu klein wurde und durch Wegnahme einer Wand vergrößert werden mußte. Unter den Beſuchern befinden ſich zwölf erwachſene Perſonen, ſieben Männer und fünf Frauen, welche den Gottesdienſten am Sonnabend⸗Nachmittag regel⸗ mäßig nun ſchon ein ganzes Jahr lang, auch im Regen und Schneeſturm, beigewohnt haben. „Schon lange ſehnte ſich Ihr Miſſionar darnach, auch der jüdiſchen Jugend das Heil in Chriſto JEſu, ihrem Meſſias, bringen zu können, und hätte am liebſten eine lutheriſche Tagesſchule mit Judenkindern begonnen. Allein die überaus hohe Miethe, die Anſtellung und Beſoldung eines Lehrers, wenn die Schule zum Blühen gekommen wäre, Ausgaben, die unſere Kaſſe nicht hätte beſtreiten können, verhinderten es. Jedoch kann Ihr Miſſionar dem HErrn der Kirche nicht genug danken, daß er es un⸗ ſerer Judenmiſſion hat gelingen laſſen, eine zweitägige Schule, nämlich eine Samstags⸗ und Sonntagsſchule ins Leben zu rufen, und daß er die Herzen der fanatiſchen und verblendeten Juden willig machte, ihre Kinder in die genannte Schule zu ſenden, wo ſie in dem Worte Gottes und in unſerm lutheriſchen Katechismus unterrichtet werden. Auch kann Ihr Miſ⸗ ſionar dem lieben Gott nicht genug danken, daß ihm die herrliche Ge⸗ legenheit geboten wurde, ein Weihnachtsfeſt und Chriſtbeſcherung mit 65 Judenkindern zu feiern, welche nebſt den anweſenden Erwachſenen, denen zuvor eine Predigt über die Textworte Jeſ. 9, 5. 6. gehalten worden war, das Miſſionslocal bis auf den letzten Sitz ausfüllten. — Da es Ihrem Miſſionar unmöglich war, die Sonntagsſchule allein zu leiten, ſo fügte es Gott ſo, daß ihm die nöthige Hülfe in der Perſon Fräulein Morchs aus Herrn Paſtor Beyers Gemeinde zu Brooklyn geſchenkt wurde. Mit der größ⸗ ten Bereitwilligkeit leiſtet genanntes Fräulein dem Miſſionar die nöthige