# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1857_S54 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 54 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. Kirche und Amt nicht aus dem Glauben, sondern durch eine nova lex wird. Das Letztere ist römisch, das Erstere Luthers Zeugniß, von dem alle seine Schriften durchwehet sind. Vgl. Apol. deutsche Ausg. S. 247. lat. S. 148: „Und wir reden nicht von einer erdichteten Kirche, die nirgend zu finden sei, sondern wir sagen und wissen fürwahr, daß diese Kirche, darinnen Heilige leben, wahrhaftig auf Erden ist und bleibet, nämlich daß etliche Gottes Kinder sind hin und wieder in aller Welt, in allerlei Königreichen, Inseln, Ländern, Städten, vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang, die Christum und das Evangelium recht erkannt haben; und sagen, dieselbige Kirche habe die äußerlichen Zeichen, das Predigtamt oder Evangelium und die Sacramente." (Aus diesen Schlußworten ist zugleich ersichtlich, was Melanchthon im 5. Artikel der Confession als Grundlage des 14. habe ausdrücken wollen.) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden Materien. (Von Past. O. Fürbringer.) (Fortsetzung.) Dieses Moment im Begriff der Persönlichkeit, das Bewußtsein, verliert aber alle seine Bedeutung ohne das der Selbstbestimmung, insofern sie dem Bestimmtwerden von einer objectiven Macht rein gegenübersteht. Schon darin, daß ich mich als Persönlichkeit weiß und ihrer Basis, dem Leib und der Außenwelt, insoweit sie das Gebiet des gegenseitigen Bestimmens und Bestimmtwerdens umfaßt, mich entgegensetze, vollziehe ich einen Act, der alle Naturkausalität abbricht, von ihr stets unabhängig ist und also in der That, obgleich für sich ein theoretisches Wissen, die Fähigkeit der Selbstbestimmung bereits involvirt. Und sehen wir genauer und schärfer zu, so werden wir sagen müssen: aus seinem Wollen wird der Mensch erst seiner sich bewußt, durch dieses geht er von sich aus, veräußert seine Innerlichkeit und stößt mit dem, was ihn bestimmt, zusammen; ist Selbstbewußtsein nun das Sichzurückziehn von dem Anderen, so ist vielmehr die Selbstbestimmung ein entgegengesetztes Wirken, womit das Ich in jenem sich zu haben sucht. Die innere Schranke hierbei ist das ethische Soll, das keineswegs, wie im Naturgebiet, (von dessen Gesetzen unser physisches Leben gehalten und getragen wird, ohne daß wir um sie wissen-können außer mittelbar durch Reflexion,) die Aeußerung der Kraft determinirt zu nothwendig gegebenem Erfolg; sondern als eine uns eingepflanzte Empfindung erscheint unserer Dependenz von einem höhern Wesen und dessen, was wir Ihm, uns und Seinen Geschöpfen schulden, welche ihrem Wesen und Ursprung nach das vermittelnde Band einer bereits wirklichen Gemeinschaft des ebenbildlichen Menschen mit Gott war. (Denn Adam trug das Gesetz des Gewissens also in sich, daß er um das Wahre und Gute nicht allein wußte, sondern es auch wollte; für ihn war es kein Soll.) Weil