# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1857_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Aus einem Briefe eines Predigers der Missourisynode an einen Amtsbruder ꝛc. 53 Gläubigen in das Herz gedrückt, und darum redeten sie auch, und wenn kein Glaube ursprünglich in sündigen Menschen gewirkt worden wäre, würde auch keine Kirche und kein Amt des Evangeliums unter denselben je Statt gefunden haben; wie denn bis auf den heutigen Tag der heil. Geist, den nur die Gläubigen, nicht aber die Welt empfangen kann, die wirkende Ursache durch das von jenen seinen Ausgang habende allgemeine christliche Bewußtsein ist, daß eine äußere Gemeinschaft von denen, die sich Christen nennen, besteht. Hieraus geht weiterhin mit Nothwendigkeit hervor: 1. daß alle Heuchler und Gottlosen Glieder zwar einer falschen sichtbaren Gemeinschaft als solcher, aber nie der wahren sichtbaren Kirche als solcher sein können, weil diese nur die adäquate Erscheinung der unsichtbaren ist, (obschon sie in der äußeren Gemeinschaft auch der wahren sichtbaren Kirche gefunden werden, wie das Unkraut kein Theil des Weizenackers als solchen, sondern nur ein Theil des Ackers ist, sofern derselbe ein aus Weizen und Unkraut bestehendes Ganze bildet, und nur in dieser Beziehung, da der ganze Haufe von Bekennern per synecdochen Kirche heißt, werden sie todte Gliedmaßen derselben genannt.) 2. Wo noch Wort und Sacrament vorhanden sind, in welchen, soweit sie rein sind, die Kirche Christi, soweit sie verfälscht werden, des Satans Schule sichtbar wird, z. B. die Taufe auf den dreieinigen Gott: da sind sie, (obschon in sectirischen Parteien, — wie es die römische, reformirte, unirte ꝛc. sind —, Menschensatzungen und Vernunftdünkel das Bekenntniß besudelt haben, abgesehen von diesen Verunreinigungen) eben Kennzeichen, daß wahre Gläubige unter denselben verborgen zu finden seien. Einer derselben macht keine Kirche aus; es ist aber unmöglich, daß, wo noch Stücke der Wahrheit im Bekenntniß sind, nicht zwei oder drei ꝛc. zu dem Einen hinzu kommen sollten, ja Viele, wo das Wesen der Taufe geblieben ist; und wo nur zwei oder drei in Jesu Namen sich versammeln, ist eine Kirche — (es ist hier der unbestimmte Artikel, nicht das Zahlwort gemeint —, wie die Schmalkaldischen Artikel Rechenb. deutsche Ausg. S. 554. lat. S. 345 bezeugen,) um deren willen auch eine ganze Spaltung synecdochisch noch diesen Namen hat; und jener Einzelne sowohl, wie diese, mitten unter den verirrten Haufen, sind Glieder der Kirche, des Leibes Jesu Christi. — Auch innerhalb der Union, ist, zwar nicht die lutherische, wohl aber heimlich und doch zugleich offenbar werdend ein Theil der allgemeinen (unsichtbaren wie sichtbaren) Kirche, — (was die lutherische selbst nur ist, obschon die einzige uns bekannte mit reinem Wort und Sacramenten.) Wer unter den Unirten zur Erkenntniß seines die daselbst gedrückte, seufzende Kirche einschließenden Gefängnisses kommt, hat bei Verlust der Seligkeit dasselbe zu verlassen und sich einer rechtgläubigen Gemeinde anzuschließen. — Ist die Kirche im eigentlichen Sinne eine sichtbare durch ihr Amt, das sich ausschließlich selbst forterbt vermittelst seiner Ordination: so ist der Glaube des Evangeliums nicht die Grundbedingung aller Seligkeit, sondern neben Christo, um dessen willen der Ihn Ergreifende allein gerecht wird, ein Gesetzeswerk unser Heiland, weil