# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S70 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 70 Verhandlungen der 24ſten Allgemeinen oder „Daß dieſe Miſchung der Elemente nicht nur in ſeltenen Ausnahme⸗ fällen, ſondern an zahlreichen Orten, an welchen Miſſion getrieben werden könnte und ſollte, vorliegt, beſtätigen auch die Beobachtungen und Erfah⸗ rungen nicht nur unſerer Reiſeprediger, ſondern auch vieler Ortspaſtoren, bei denen die Sprachenfrage ſich von Jahr zu Jahr empfindlicher geltend macht. Zur Veranſchaulichung möge die Innere Miſſion des Weſtlichen Diſtricts unſerer Synode als Beiſpiel dienen. Unter der Aufſicht der Com⸗ miſſion für die Innere Miſſion dieſes Diſtricts arbeiten zur Zeit 21 Pre⸗ diger. Von dieſen predigen nur noch vier ausſchließlich deutſch, während 17 regelmäßig deutſch und engliſch zu predigen haben. Dabei ſind noch vier Miſſionsfelder vacant, auf denen ebenfalls deutſch und engliſch wird zu arbeiten ſein, ſo daß alſo nach Beſetzung dieſer Felder das Verhältniß zwiſchen den Arbeitsgebieten mit deutſchen und engliſchen Gottesdienſten und den noch rein deutſchen ſich ſtellen wird wie 21 zu 4. „Aus obigen Angaben geht aber auch ferner hervor, daß die Com⸗ miſſion der Inneren Miſſion dieſes einen Diſtricts ſchon jetzt in aus⸗ gedehnterem Maße als die Commiſſion für Engliſche Miſſion auf ihrem Gebiete, das ſich ſogar über die Grenzen unſerer Allgemeinen Synode hinaus erſtreckt, Engliſche Miſſion treibt, das heißt, das reine Evangelium durch das Mittel der engliſchen Sprache an Orten, auf welche ſich die Miſſions⸗ thätigkeit der Synode erſtreckt, verkündigen läßt. Dabei ſteht es in den meiſten Fällen ſo, daß an einem und demſelben Orte die Zuhörerſchaften nicht ſcharf ſprachlich geſchieden ſind oder geſchieden werden könnten, indem ſich die Sprachgrenzen vielfach nicht nur durch Familien und Verwandt⸗ ſchaften, ſondern ſogar durch einzelne Perſonen hinziehen, von denen es ſich ſchwer ſagen läßt, ob ſie dem deutſchen oder dem engliſchen Elemente zu⸗ zuzählen wären. An vielen Orten wird es noch auf Jahre hinaus ſo ſtehen, daß den Leuten, welche ſich zum reinen Bekenntniß ſchaaren, am erſprieß⸗ lichſten gedient werden wird, wenn ſie, demſelben Gemeindeverband oder doch derſelben Parochie angehörend, von einem Paſtor mit Predigt und ſonſtiger geiſtlicher Pflege nach Bedürfniß deutſch und engliſch verſorgt werden. Wird aber eine Verſchiebung der ſprachlichen Grenzen eintreten, ſo wird ſie aller Wahrſcheinlichkeit nach naturgemäß nicht in der Richtung von Engliſch nach Deutſch, ſondern von Deutſch nach Engliſch gerückt wer⸗ den, indem das Element, welches dem Engliſchen zugänglicher iſt, theils durch die Wandlung, welche ſich ſelbſt inmitten unſerer alten Gemeinden vollzieht, theils durch Zuwachs von außen her in wachſendem Maße größere Zahlen aufweiſen, und hingegen das deutſche Element einen, wenn auch vielleicht langſamen, doch ſtetigen Rückgang erfahren wird. Dieſe Ver⸗ ſchiebung der ſprachlichen Grenze wird je nach örtlichen Verhältniſſen und ſonſtigen Umſtänden an manchen Orten raſcher, an manchen langſamer vor ſich gehen, jedoch auf die Dauer ſelbſt unter den für das Deutſche günſtigſten Verhältniſſen nicht aufzuhalten ſein. In einer unſerer alten deutſchen Ge⸗