# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S65 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 65 ten nur $600.00 bewilligen. Das wird genügen, um vor jedermann zu beweiſen, daß wir in der Schilderung nicht übertrieben haben. „2. Zum andern erlauben wir uns, eine Ehrw. Synode darauf auf⸗ merkſam zu machen, daß, wenn dieſer Commiſſion beſondere Miſſionen zur Pflege überwieſen werden, ſie dann das Geld für deren Unterhalt aus der Kaſſe für die Allgemeine Innere Miſſion zu nehmen und es der Miſ⸗ ſion, für die es beſtimmt war, zu entziehen, genöthigt iſt. Sollte in ſolchen Fällen nicht eine beſondere Commiſſion geſchaffen werden, wie z. B. bei der Taubſtummenmiſſion, oder doch beſondere Kaſſen eingerichtet und dann auch durch die chriſtliche Liebe bedacht werden, aus denen der Unterhalt beſtritten werden kann? „3. Einige Diſtricte haben Vorkehrungen getroffen, Miſſionsgemein⸗ den zu einem Kirchlein zu verhelfen, indem ſie aus einer Kirchbaukaſſe, oder wie ſie ſonſt genannt wird, denſelben unverzinslich Gelder leihen, welche je nach Umſtänden und Vermögen zu beſtimmten Zeiten wieder an die Kaſſe zurückzuzahlen ſind, um dann alsbald wieder anderen Häuflein in gleicher Weiſe zu dienen. Die ſchwierige Frage, welche ſo manchen Miſſions⸗ behörden manche Verlegenheit bereitet, wie Miſſionsgemeinden nämlich zu einem Gotteshauſe gelangen, iſt dadurch einer glücklichen Löſung näher ge⸗ bracht worden. Nach und nach werden ja ſolche Kaſſen über immer größere Capitalien verfügen, weil nur geliehen, nicht geſchenkt wird, und die Rück⸗ gabe doch nur ſelten ausbleibt — denn es iſt, Gott Lob! noch gute luthe⸗ riſche Praxis, daß eine lutheriſche Gemeinde ihre Schulden bezahlt —; der Miſſion wird dadurch eine willkommene Hülfe geleiſtet. Wir meinen, es ſollte daher ſolcher Einrichtung aller möglicher Vorſchub gethan werden. „Im Jahre 1896 beſchloß die zu Fort Wayne verſammelte Delegaten⸗ ſynode, daß einem kleinen Häuflein, zwar unbemittelter, aber treuer Luthe⸗ raner in London, England, auf ihre Bitte ein Paſtor aus unſerer Mitte geſandt werde; und ferner, daß die Ausführung dieſes Beſchluſſes, ſowohl was die paſſende Perſon, als auch was die Regelung der finanziellen Umſtände betrifft, in die Hände der Commiſſion für Allgemeine Innere Miſſion gelegt, resp. es genannter Commiſſion überlaſſen werde, dem Wunſch und Willen der Synode gemäß nach beſtem Ermeſſen zu handeln. In Folge dieſes Auftrags übergab Ihre Commiſſion den Beruf der Miſ⸗ ſionsgemeinde in London in Uebereinſtimmung mit der Ehrw. Facultät der theologiſchen Anſtalt in St. Louis und den Herren Diſtrictspräſides dem Candidaten der Theologie, Herrn F. W. Schulze, der dann im Herbſt des⸗ ſelben Jahres ſein Amt in der überſeeiſchen Millionenſtadt antrat. Durch einen Paſtor unſerer Schweſterſynode, der Freikirche in Deutſchland, wurde er in ſein Amt eingeführt. Gott hat uns für dieſe Miſſion den rechten Mann geſchenkt; mit großem Fleiß, unermüdlich, geſchickt hat er gepflanzt und begoſſen. Da er ſelbſt dieſen Sitzungen beiwohnt, wird uns, mehr zu ſagen, gewiß erlaſſen. 5