# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S55 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 55 dürfen wir beſonders hervorheben mit Lob und Dank gegen Gott, daß in dieſem letzten Schuljahr ein ſehr guter Collegegeiſt herrſcht, den uns Gott erhalten möge. Auch die Reiberei zwiſchen Gymnaſiaſten und Proſemina⸗ riſten, welche uns vor zwei Jahren einiges Bedenken verurſachte, hat jetzt einer recht lieblichen Harmonie Platz gemacht. Wir können daher der Ehrw. Synode die Verſicherung geben, daß von unſern Profeſſoren alles verſucht wird, nicht nur nützliche Kenntniſſe und Wiſſenſchaften den Schülern ein⸗ zuflößen, ſondern auch die rechte Gottesfurcht. „Im erſten Schuljahr drohte das Scharlachfieber auf unſerer Anſtalt als Epidemie aufzutreten, doch kamen nur einzelne, leichte Fälle vor. Ein Schüler jedoch wurde auf das heftigſte von der Krankheit ergriffen und ſtarb nach 36 Stunden ſelig im Glauben an ſeinen Heiland. Es zeigte ſich bei dieſer Gelegenheit, wie gut es iſt, daß wir ſo reichlich über Raum zu ver⸗ fügen haben in unſern Gebäuden, denn die Patienten, die mit anſteckender Krankheit behaftet waren, konnten nicht nur von den übrigen Schülern, ſondern auch von den andern Kranken vollſtändig iſolirt werden. Im Uebri⸗ gen zeigten ſich wohl leichte Erkältungen, hier und da auch wohl ein etwas ernſtlicher auftretender Krankheitsfall, aber im Großen und Ganzen war ein vorzüglicher Geſundheitszuſtand. Wie in den erſten drei Jahren, ſo ge⸗ diehen auch in den letzten drei unſere Jungen überaus wohl in dem geſun⸗ den, kräftigen nordiſchen Klima in einer Anſtalt, in welcher alle hygieini⸗ ſchen Vorſichtsmaßregeln getroffen werden können. „Einer beſonderen Behütung vor ausbrechendem Feuer müſſen wir zur Ehre Gottes auch wegen der eigenthümlichen Veranlaſſung dazu Erwäh⸗ nung thun. Wie wohl in allen unſern Anſtalten, ſind überall im Gebäude große Flaſchen angebracht, ein chemiſches Präparat, welches man bekanntlich bei Ausbruch des Feuers in die Flammen ſchleudert. Eine ſolche Flaſche befand ſich auch in der Nähe eines Fenſters, durch welches die Nachmittags⸗ ſonne ihre Strahlen ſandte. Das dicke Glas der gefüllten Flaſche wurde zu einem Brennglas, welches durch die darin geſammelten Sonnenſtrahlen einen hinter der Flaſche aufgehängten Staublappen entzündete. Nun fügte es Gott ſo, daß in dem Augenblick, als der Lappen in Flammen aufging, Herr Director Bünger den Raum betrat und das Feuer im Keim erſtickte. So wunderbar und merkwürdig hat uns Gott behütet. „Der Hausverwalter, Herr Fürbringer, welcher vier Jahre lang der Anſtalt treu gedient hatte, gab ſeine Stellung auf, daher wir uns genöthigt ſahen, uns nach einem andern paſſenden Mann umzuſehen, und glaubten ſchon in der Perſon von Herrn Kirſchke einen guten Mann gefunden zu haben, als es ſich klar herausſtellte, daß derſelbe einen demoraliſirenden Einfluß auf unſere Zöglinge ausübte, daher wir ihn entlaſſen mußten. „Da das große Fachgebäude, welches von den beiden Herren Profeſſoren Jürgenſen und Arndt bewohnt wird, wegen ſeiner außerordentlich großen und hohen Räume ohne Steinfundament zu kalt war, auch beſtändig Noth