# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1857_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Aus einem Briefe eines Predigers der Missourisynode an einen Amtsbruder ꝛc. 51 die eine Seite dieses Locus, werden von uns aber mit ebenso aufrichtigem Herzen adoptirt, wie die der anderen, welche die nothwendige Ergänzung bildet. Man nehme die Worte wie der heiligen Evangelisten und Apostel, so der auf sie gegründeten Bekenntnisse, wie sie lauten, empfänglich in's Herze auf, und gehe von diesen aus weiter zu den übrigen Schriften der Reformatoren, ihrer Gehülfen und Nachfolger: so wird alles hell und deutlich, wenn wir nur nicht unsre eignen Lieblingsgedanken in sie hineintragen wollen. Und das kann wohl Ihr Ernst unmöglich sein, wenn Sie richtiger Weise unter Juden, Heiden und Türken keine Vocatio divina zulassen, eben dieselbe zu leugnen unter verderbten Kirchen, die häretisches Gift mit christlicher Wahrheit gemenget haben? Dem widerspräche ja der achte Artikel der Augsburgschen Confession offenbar. Für ihre Person sind falsche Propheten vom heil. Geiste nicht gesandt, aber, wie unsere Theologen unterscheiden, ihr äußerer Beruf, nach welchem sie durch Menschen auf der Apostel Predigtstuhl gekommen sind, ist ein göttlicher, und es ist nie einem einzigen der rechtgläubigen Lehrer eingefallen, denselben zu bestreiten. Es ergibt sich, ist dem so, die unausweichliche Folge, daß, wenn die Väter auch nicht ausdrücklich sonst die Sache erhärteten, sie als die Ursache hiervon die von Christo hinterlassene heißende Macht der unsichtbaren, unter ketzerischen Bischöfen und Pastoren gefangenen Kirche setzen. Und wenn, wie Sie erwähnen, „der beharrlich sich falscher Lehre schuldig Machende aus dem Predigtamte zu entfernen ist," (oder, wo es verhindert wird, wenigstens die Schafe eines Fremden Stimme fliehen sollen.) so muß er, obwohl an sich ein Dieb und Mörder, in demselben zuvor gestanden haben. In Ermangelung aber orthodoxer Hirten und Diener am Wort, (oder wohin derselben Wirksamkeit nicht reichet, und um diese zu fördern und zu unterstützen,) ist jeder Christenmensch durch die Liebe verbunden, mir das zu sagen, was mir zur Seelenseligkeit nütze ist, — nur der Geist der Unordnung muß hierbei ausgeschlossen bleiben —, ja, wie Sie selbst zugeben, im erstern Falle eine Gemeinde berechtigt, „aus ihrer Mitte einen Mann voll heil. Geistes zum Prediger zu ordiniren." Nicht sie überträgt das Amt, sondern der Herr durch jene; aber ohne den Organismus des Leibes würde Er nicht ein Glied, vor allen das edelste, je bestehen lassen. Damit Sie nicht denken möchten, ich gehe ꝛc. (Es wird nun hierbei auf die Abhandlung über das Predigtamt in den ersten beiden Heften des ersten Jahrgangs unserer Zeitschrift „Lehre und Wehre" verwiesen.) — — Sie schreiben ferner von 2 Puncten, welche ganz unzweideutig in der Lehre der Buffalosynode sich finden, in Ausdrücken, als würden sie derselben bloß nachgesagt; ja Sie versichern geradezu von dem einen: „Ich kann es nicht glauben" —; und fügen weiter unten die Warnung hinzu: „Glaubet nicht allen Fabeln, die Euch über die Buffaloer Brüder berichtet werden." Vergleichen Sie nun Ihre obigen Urtheile über uns, sowohl was die Verläumdung der Milwaukeer (missourischen) Gemeinde betrifft, als was Sie hinsichtlich unserer Lehre äußerten, mit den hier von Ihnen über unsre Geg-