# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 48 Verhandlungen der 24ſten Allgemeinen oder durch hohe Schulen iſt durch unſere Anſtalt in den Gemeinden geweckt und gehoben worden. „Was die Ehrw. Synode abwarten wollte, das iſt eingetreten: Die Anſtalt hat ſich entwickelt. Die Entwickelung wäre wohl eine noch kräf⸗ tigere geweſen, wenn wir auch die beiden nächſten Klaſſen hätten einrichten können. Dann wären mehr neue Schüler in die Präparandenklaſſen ein⸗ getreten und mehr Schüler, die dieſe Klaſſen abſolvirt hatten, in das Semi⸗ nar vorgerückt. Der Umſtand, daß die Schüler hier nicht durchſtudiren können, hat manche Eltern bewogen, ihre Söhne überhaupt nicht zu ſchicken, und andere, welche gemeint hatten, es werde unſere Anſtalt von Jahr zu Jahr erweitert werden, nahmen ihre Söhne wieder nach Hauſe, als ſie die vorhandenen Klaſſen abſolvirt hatten. Trotzdem ſind nun alle Räume be⸗ ſetzt, und zwar ſo, daß Verhältniſſe beſtehen, die nicht beſtehen ſollten. In Ermangelung eines Eßſaals müſſen die Schüler in der Küche eſſen. Dadurch wird die Arbeit in der Küche ſehr erſchwert, abgeſehen von andern Uebel⸗ ſtänden, die dadurch verurſacht werden. Der Waſchſaal iſt zu klein. Da von dem Vorrathsraum zwei Pianozimmer abgetrennt wurden, ſo iſt von demſelben faſt nichts mehr übrig geblieben. Die Wohnzimmer ſind alle beſetzt und die Schlafzimmer gedrängt voll. Zwei Lehrſäle ſollten größer ſein, ebenſo die Aula, die auch als Lehrſaal dient. Selbſt wenn nun die erſte Präparandenklaſſe, wie bisher, nach Addiſon geht, ſo werden wir im nächſten Jahr doch nicht alle Schüler ſo unterbringen können, daß ſie ſelbſt unter Fortbeſtehung der Uebelſtände Raum fänden. Denn die erſte Klaſſe zählt nur acht Schüler, während gewiß die doppelte Anzahl neuer Schüler eintreten wird. Darum muß die Aufſichtsbehörde vor die Ehrw. Synode treten mit der Bitte, dem vorhandenen Raummangel abzuhelfen. Und da unſere Anſtalt bisher der Ehrw. Synode durch Bauten und Reparaturen kaum nennenswerthe Unkoſten verurſacht hat, ſo hofft die Aufſichtsbehörde, keine Fehlbitte zu thun. „Wir halten es für das Vortheilhafteſte, wenn die Ehrw. Synode einen Anbau an das Hauptgebäude der Anſtalt beſchlöſſe und für dieſen Zweck $8000.00 bewilligte. Dann könnten wir in dem Anbau die nöthigen Säle, Wohn⸗ und Schlafzimmer, im Erdgeſchoß einen hinreichend großen Waſchſaal und im Erdgeſchoß des alten Gebäudes einen Eßſaal einrichten. Der von den Gemeinden errichtete Hülfsbau iſt ſo geſtellt und gebaut, daß er ſich zur Wohnung eines Hausverwalters einrichten läßt. „Da Herr Prof. Weller bisher auf Wunſch der Aufſichtsbehörde das Amt eines Directors verſehen hat, und das Directorat mit großem Geſchick verwaltet hat, ſo bitten wir die Ehrw. Synode, ihm dasſelbe zu übertragen. „Ferner bittet die Aufſichtsbehörde die Ehrw. Synode, die Wahl eines dritten Lehrers anzuordnen. Will ſie aber, daß vorläufig das Hülfs⸗ lehreramt weiter beſtehen ſoll, ſo möge ſie den Gehalt des Hülfslehrers beſtimmen.