# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 47 „Als die Ehrw. Synode auf ihrer letzten Verſammlung die Bitte der Aufſichtsbehörde, mehr Raum zu ſchaffen, zu erfüllen ablehnte, da that ſie das mit der Begründung, ſie wolle die Entwickelung der Anſtalt erſt ab⸗ warten. Damals zählte die Anſtalt 27 Schüler. Nun iſt die Zahl der Schüler auf 40 geſtiegen. Der vor drei Jahren vorhandene Raum war damals hinreichend. Aber ſchon am Ende des Schuljahrs 1896—1897 ſah ſich die Aufſichtsbehörde vor die Nothwendigkeit geſtellt, mehr Raum zu ſchaffen, wenn nicht angemeldete Schüler beim Beginn des neuen Schul⸗ jahres abgewieſen werden ſollten. Zwar wurde den Schülern, welche die Präparandenklaſſen abſolvirt hatten, mit Zuſtimmung der Seminargeſell⸗ ſchaft der Rath gegeben, ihr Studium in Addiſon fortzuſetzen. Damit war jedoch der Noth noch nicht abgeholfen, denn die Zahl der neueintretenden Schüler war größer als die Zahl derer, welche abgingen. Da erboten ſich die Gemeinden des Nebraska⸗Diſtricts, das Geld zu liefern für einen Hülfsbau. Ein ſolcher wurde dann auch, 20×32 Fuß, zweiſtöckig, auf⸗ geführt. In dieſem Gebäude befinden ſich ein Lehrſaal, zwei Schlafzimmer und das einzige Krankenzimmer der Anſtalt. Unter dem Gebäude befindet ſich ein Keller zum Aufbewahren der Kartoffeln ꝛc. Im Erdgeſchoß des Hauptgebäudes wurden zwei Pianozimmer eingerichtet. Nun waren für die vermehrte Schülerzahl die vorerſt nöthigen Räumlichkeiten vorhanden, wenn auch in mancher Beziehung nach einem kleinen Maßſtabe berechnet. „Nun war aber noch einem andern Nothſtande abzuhelfen. Es lag auf der Hand, daß zwei Profeſſoren die Schüler, die ſich auf drei Klaſſen vertheilten, nicht ſo unterrichten konnten, daß ſie dabei den Schülern gerecht würden. Darum übernahmen Lehrer und Paſtor der Gemeinde zu Seward einige Stunden in der Woche. Im Auguſt vorigen Jahres ermunterte der Nebraska⸗Diſtrict auf ſeiner Verſammlung zu Norfolk, Nebr., die Aufſichts⸗ behörde, einen Hülfslehrer anzuſtellen, und verſprach, den für dieſen noth⸗ wendigen Gehalt aufzubringen, bis die Ehrw. Delegatenſynode auf ihrer Verſammlung zu St. Louis weitere Beſtimmungen träfe. Paſtor Paul Lohr wurde als ein paſſender Mann vorgeſchlagen und von der Aufſichtsbehörde angeſtellt mit einem Gehalt von $40.00 monatlich. „So hat der liebe Gott der Aufſichtsbehörde zweimal, da ſie in be⸗ drängter Lage nicht aus noch ein wußte, in ganz auffälliger Weiſe die nöthige Hülfe verſchafft. „Wir handeln gewiß im Sinne der Ehrw. Delegatenſynode, wenn wir hiermit den Gemeinden des Nebraska⸗Diſtricts den herzlichen Dank der Ehrw. Synode für die erwieſene Abhülfe ausſprechen. Für die Aufſichts⸗ behörde war dieſe Abhülfe doppelt erfreulich: einmal deswegen, weil ſie dadurch aus der peinlichſten Verlegenheit geriſſen wurde; dann auch des⸗ wegen, weil die Gemeinden dadurch zeigten, daß ſie nicht nur bereit ſind, die Anſtalt mit Schülern zu beſchicken, ſondern auch für die Anſtalt Opfer zu bringen. Das Intereſſe für die Ausbreitung des Reiches Gottes auch