# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1857_S50 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 50 Aus einem Briefe eines Predigers der Missourisynode an einen Amtsbruder ꝛc. seien, so daß sie Schlüsse machten, deren der geringste Anfänger in der Logik sich schämen würde und daß sie hingegen die einfachsten und klarsten Schlußfolgerungen nicht mehr einsehen könnten. — Die 4. Schrift endlich ist: „Kurzes Bekenntniß vom heiligen Abendmahl, Anno 1544." Diese Schrift schrieb Luther, nachdem die Zürcher kurz vorher alle Schriften Zwingli's nebst einer Apologie Rudolph Walthers zusammen herausgegeben hatten, und zwar auch diesenige, in welcher Zwingli alle Religionen für gleichgültig erklärt, indem er darin seine Freude darüber ausgesprochen hatte, einst im ewigen Leben einen Hercules, einen Cicero, einen Cato u. a. gottlose Heiden zu sehen und mit ihnen umzugehen. In dieser Schrift wird zugleich Schwenkfelds Sacramentsschwärmerei widerlegt. — Schließlich wiederholen wir, wer diese Schriften noch nicht gelesen hat, der weiß noch nicht, was christliche Polemik sei. Wer lesen kann, lese sie; und wenn er nicht ein halsstarriger vernunftstolzer Feind des Wortes Gottes ist, so wird dadurch seine Ehrfurcht vor Gottes Wort gemehrt, sein Glaube mächtig gestärkt, die Gabe, Geister zu prüfen, geweckt und gemehrt, der Haß gegen falsche Lehre und muthwillige falsche Lehrer in ihm entzündet, und seine Einsicht in den Zusammenhang der göttlichen Offenbarungslehren größer und tiefer werden. Wer freilich die Dictate seiner Vernunft und die Gefühle und Eingebungen seines Herzens über Gottes Wort, Menschenehre, die seinige und anderer, über Gottes Ehre, zeitliches Gemach, bequemes Leben, Friede und Einigkeit unter den Menschen über den Gehorsam gegen Gott und den Frieden mit Gott setzt: der lese jene Schriften nicht; denn sie würden ihm ein Geruch des Todes zum Tode werden und sein einstiges Gericht nur vergrößern. Unser Wunsch aber ist, daß Gott allen selbstklugen Feinden und Verkehrern der Wahrheit Buße gebe zum Leben. Amen! (Fortsetzung folgt.) (Eingesandt.) Aus einem Briefe eines Predigers der Missourisynode an einen Amtsbruder in der preußisch-lutherischen Kirche. — — — Sie sagen ferner, „im Lehrstreit sei es leichter für Sie ein Urtheil zu fällen, da Sie Bücher von beiden Seiten hätten und die beiderseitigen Schriften mit Gottes Wort vergleichen könnten" ꝛc. Lieber, theurer Freund, Sie können aber unmöglich die unsrigen gelesen haben; denn wo haben wir doch jemals die verwirrte Lehre geführt, der Sie im Folgenden uns beschuldigen, daß „jedes Kirchenglied ein berufener Prediger sei" ꝛc. Wir lehren ja nun und nimmer etwas Anderes, als was in den symbolischen Büchern klar und unwidersprechlich nach dem einfachen Wortverstand enthalten ist. Solche Stellen, wie Sie z. B. aus Veit Dietrichs Katechismuspredigten citiren, denen noch viele ähnliche hinzugefügt werden könnten, betonen allerdings