# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1857_S49 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers-Bibliothek. 49 Verfasser das allergewisseste Zeugniß geben. In denselbigen siehet man, daß der Mensch nicht einmal durch eine dem Scheine nach triftige Ursache zum Schreiben bewogen werden." Besonders wichtig ist Luthers Schrift wider die himmlischen Propheten noch darum, weil darin die Lehre von der christlichen Freiheit in Betreff der Mitteldinge, des Gebrauchs der Bilder und dergleichen, und von dem Unterschiede des Alten und Neuen Testamentes, namentlich in Betreff der Sabbathsfeier, so herrlich, so klar und glaubensfrisch ausgeführt ist, wie man es in andern Schriften nicht wieder findet. — Die 2. Schrift ist folgende: „Schrift, daß diese Worte Christi: „„das ist mein Leib,"". noch feste stehen; wider die Schwarmgeister." Luther hat diese Schrift im Jahre 1527 herausgegeben. Das Eigenthümliche derselben besteht darin, daß Luther in derselben 1. aus den bloßen Worten: „das ist mein Leib," alles niederschmettert, was die Sacramentsschwärmer, namentlich Zwingli und Oekolampad, mit großem Aufwand von Worten und Künsten wider die einfache Bibellehre vom heil. Abendmahl vorgebracht hatten; 2. daß er gründlich nachweist, wie Joh. 6. nicht vom sacramentlichen Genuß handle; 3. daß er auch die gegen die reine Lehre angeführten Zeugnisse der Kirchenväter rettet. Die Schrift ist im Feuereifer Eliä geschrieben, der der Baalspfaffen spottete und mit Feuer vom Himmel wider sie kämpfte. Luther selbst sagt jedoch zugleich in dieser Schrift hierüber: „Gott weiß, daß ich mit solchen groben Gleichnissen nicht zu nahe reden will dem Zwingel, sonderlich dem Oekolampad nicht, welchem Gott viel Gaben hat geschenkt vor viel andern und mir ja herzlich für den Mann leid ist. Ich sehe auch auf sie nicht in solchen Reden, sondern allein auf den hoffärtigen spöttischen Teufel, der sie also betrogen hat und verführet, daß ich wiederum auch meine Lust an ihm büße Gott zu Ehren und spotte ihn wieder in solchen seinen tölpischen Zoten. Denn er soll und muß Gottes Worte unterliegen." — Die 3. Schrift ist: „Großes Bekenntniß vom Abendmahl Christi. Motto: Schlecht und recht behüte mich. Ps. 25." Sie ist vom Jahre 1528. Sie besteht aus drei Theilen; im ersten widerlegt Luther die Einwürfe Zwingli's und Oekolampad's; im zweiten legt er alle Schrifttexte, die vom heil. Abendmahl handeln weitläuftig aus, und im dritten thut er ein kurzes und rundes Bekenntniß von allen Hauptartikeln der christlichen Lehre. Mehreres, was Luther in der unter Nr. 2. genannten Schrift kürzer behandelt hatte, wird hier so gründlich ausgeführt, daß den Gegnern auch nicht ein Strohhälmchen verbleibt, an dem sie sich noch festhalten könnten. Siegreich, unwidersprechlich wird hier die Unmöglichkeit nachgewiesen, daß in den aufgezeichneten Testamentsworten ein Tropus vorkomme. Es wird ferner gezeigt, daß die Lehre von der gottmenschlichen Person Christi, weit entfernt, die Zwingli-rationalistische Auslegung zu fordern, den einfältigen Verstand der Sacramentsworte vielmehr wunderherrlich bestätige. Den Gegnern wird gezeigt, daß sie nicht nur vom Glauben abgefallen, sondern selbst ohne alle natürliche Logik