# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 31 böſe Natur. Dahin lockt ſie von Außen die Welt auf tauſendfache Weiſe, ſonderlich auch durch die in unſerer Zeit ſo gewaltige Preſſe, die ja faſt ausnahmslos im Dienſte frechen und ſchamloſen Weltweſens ſteht und Jahr aus, Jahr ein und Tag für Tag auch unter den Chriſten Propaganda macht für das Weſen der Welt. Die Sachlage iſt zum Verzweifeln, wenn man ſie mit dem natürlichen Auge anſieht. Vielleicht hat ſchon Mancher von uns in einer Anwandlung von gänzlicher Hoffnungsloſigkeit ausgerufen: Wir müſſen den ausſichtsloſen Kampf aufgeben; wir können unſere Ge⸗ meinden und ſonderlich unſere Jugend doch nicht vor der Verweltlichung bewahren! Aber das iſt verkehrt geredet. Eine ſolche Rede geziemt ſich nicht für die Kirche, der Gott nichts Geringeres als ſein Wort, das Wort göttlicher Kraft, gegeben hat. Das der Kirche gegebene Wort iſt mächtiger als die Welt und alles Weſen der Welt. Mit dieſem Wort können wir dem Weſen der Welt wehren. Der HErr Chriſtus ſpricht in ſeinem hohenprieſterlichen Gebet zu ſeinem himmliſchen Vater: „Ich habe ihnen gegeben dein Wort. . . . Ich bitte nicht, daß du ſie von der Welt nehmeſt, ſondern daß du ſie bewahreſt vor dem Uebel. . . . Heilige ſie in deiner Wahrheit; dein Wort iſt die Wahrheit.“ (Joh. 17, 14—17.) Schweigen wir nur nicht mit dem uns anvertrauten Worte. Bezeugen wir nur dieſes Wort unabläſſig öffentlich und ſonderlich, wie es die Gelegen⸗ heit fordert, decken wir Alt und Jung das Weſen der Welt mit Gottes Wort auf, verkündigen wir in ruhiger und klarer Weiſe Gottes Urtheil über das Weſen der Welt. Vor allen Dingen aber: werden wir nicht müde, den Chriſten, inſofern ſie von dem Weltweſen angefochten ſind, durch das Wort des Evangeliums ihre Himmelsherrlichkeit vor Augen zu ſtellen. Wenn unſer Herz das himmliſche Erbe, das wir durch Chriſtum haben, er⸗ greift und immer wieder neu ergreift, ſo läßt es ganz von ſelbſt den Koth dieſer Welt fahren. Verzagen wir alſo nicht. Die Kirche braucht vor der Welt nicht die Waffen zu ſtrecken. St. Johannes gibt allen Chriſten das Zeugniß, daß ſie die Welt bereits überwunden haben, wenn er ſchreibt: „Unſer Glaube iſt der Sieg, der die Welt überwunden hat“, und die Chriſten überwinden täglich von Neuem die Welt, wenn ſie nur immer wieder im Glauben zum Worte greifen. Verfallen wir ja nicht in den Fehler, in den man leicht verfallen kann, daß wir das Weſen der Welt vornehmlich nur beklagen, anſtatt ihm durch unabläſſige und geduldige Bezeugung des Wortes Gottes zu begegnen und zu wehren. Ferner: Die chriſtliche Kirche hat bei ihren Gliedern zu bewirken, daß dieſe von ihrem irdiſchen Gut ſo viel in den Dienſt der Kirche ſtellen, als die Kirche zur Ausrichtung ihres Berufes bedarf. Wie ſoll die Kirche dies anfangen? Wodurch kann ſie ihre Glieder zum Geben für kirchliche Zwecke bewegen? Gemeinden und Gemeinſchaften haben zum Theil zu den ver⸗ zweifeltſten Mitteln gegriffen, zu Mitteln, die über die Kirche Schimpf und Schande auch vor der Welt gebracht haben. Ich brauche wohl dieſe Dinge